Endlich mal wieder raus….

Eigentlich dachten wir ja nicht, dass der Busch nochmal unsere Welt wird. Calle als Springpferd, der es zwar macht, aber nicht die notwendige Begeisterung fürs schnelle Galoppieren mitbringt, Paul, den wir eigentlich in Rente schicken wollten und Ginny, die sich eigentlich gar nicht mehr traute auf unebenem Boden zu laufen, geschweige denn zu springen, schienen nicht die richtigen Partner fürs Buschreiten zu sein.

Aber man soll ja nie Nie sagen.

Wie ihr wisst, sind wir ja jederzeit bereit auszuprobieren, was den Pferden Spaß macht, gemachte Pläne auch mal umzuwerfen, wenn es die Situation fordert und neue Wege zu gehen, wenn wir denken, das macht jetzt Sinn.

Und das war jetzt an der Zeit.

Paul hat ja definitiv nichts, aber auch gar nichts von unserer Rentneridee gehalten. Der will … und das am liebsten schnell und verrückt, was es auch unmöglich macht, für ihn eine kleine Reiterin zu finden, die ihn im E-Springen händeln könnte. Der stellt ja selbst uns noch immer wieder vor Herausforderungen, wenn er, wie nach seiner Kolik ein paar Tage wenig tun durfte. Also gut, wir haben es verstanden, kleiner Crazy-Paul, du darfst wieder mit.

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Und heute hieß das für Paul und Ginny auf zum Geländetraining nach Altensteig.

Der dortige Reitlehrer, Rüdiger Rau, hat auf dem Sandplatz einen tollen Parcours aus festen Hindernissen stehen. Das ist genau das, was uns hier in Bawü die letzten Jahre so gefehlt hat. Auch im Frühjahr schon mal galoppieren können, feste Hindernisse reiten, ohne so sehr Bodenabhängig zu sein, wie man das auf Gras ist.
Vielen Dank an dieser Stelle an das Organisationsteam JURAKO ( Jung, Rau und Koch) für die Idee dazu , die Ausführung und die Möglichkeit für uns Reiter am Anfang der Saison in Schwung zu kommen.

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Jetzt aber zum Training.
Mit Ginny ist es ja wie es ist, ihr wisst ja, ich erspare es euch heute eine Vorgeschichte zu schreiben.

Trotzdem musste ich sie bei Rüdiger natürlich wieder anmelden, als Pferd, bei dem wir nicht wissen, was passiert. Sonst hätte er sich sicher gewundert, was wir mit einem Pferd beim Geländetraining wollen, das schon am ersten Kreuz zum Warmspringen stoppt.

Wenn die Reitlehrer wissen, dass sie ein Problempferd ist, gehen sie ganz anders an die Sache ran und erwarten erstmal nichts und das ist gut so. Ginny darf man nämlich nicht überfordern, sondern man muss sie motivieren.

Heute kam noch die Bodensituation dazu. Ginny mag keine weichen Böden. Das macht sie unsicher und Unsicherheit führt unweigerlich zum Blockieren.

So gab Nina ihr heute viel Zeit, sich mit dem Boden zu arrangieren. Ganz vorsichtig angefangen hatte sie sich aber sehr schnell sortiert und traute sich dann auch zu laufen. Die ersten Sprünge waren noch etwas zögerlich und vorsichtig aber sie sprang. Von Anfang an. Wie cool war das denn? Kein Theater, kein Blockieren. Sie war zwar skeptisch, ließ sich aber immer von Nina überzeugen, dass man da hin geht, wo Nina möchte und über die Sprünge springt, die auf dem Weg stehen.

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Selbst der Weg auf die Wiese, Berg hoch, Berg runter und das alles noch ohne Eisen hinten, hat sie super gemacht und je länger Nina ritt, desto sicherer wurde sie.

Wir sind super stolz auf unser Mädchen, die sicherlich hier nicht mit dem größten Selbstbewusstsein rangegangen ist, aber sich toll reiten lassen hat und alles mitgemacht hat, was von ihr verlangt wurde. Es ist schön zu sehen, wie sie gerade an ihren Aufgaben wächst, mitmacht und von Woche zu Woche mutiger und selbstbewusster wird.

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Und so konnte Ginny nach dem Training völlig zufrieden mit sich und der Welt noch dem kleinen Crazy-Paul zuschauen. Das tat sie auch sehr interessiert, vom zuschauen kann man schließlich auch lernen.  Und von Paul konnte sie das.

Der kleine Feger war sichtlich überrascht, als wir ihn aus dem Hänger holten. War er doch die letzten Male immer nur als Begleitpony für Ginny dabei, kam aber selbst nicht zum Einsatz, Heute durfte er auch.

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Und Paul war glücklich. Endlich mal wieder richtig galoppieren, durch das Wasser planschen nach Herzensluft hüpfen und die Lunge mal wieder durchpusten. Das braucht er.

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Von Paul gibt es nicht viele Springbilder. Das ging mir alles zu schnell. Der flitzte über den Platz war mal hier, im nächsten Moment schon wieder auf der anderen Seite, raus aus dem Platz der Berg hoch, den Berg wieder runter. Das war unmöglich zu fotografieren, also habe ich mich einfach an eine Stelle gestellt und gefilmt. Ich gehe davon aus, dass ihr das Video bei Nina zu sehen bekommen werdet.

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Ginny hat alles genau im Blick und schaut, wie der kleine Professor das macht.

Und Paul war einfach glücklich. Er ging nur einmal die komplette Runde, die aufgebaut war und das mit einer Selbstverständlichkeit, als wolle er uns fragen, ob wir es jetzt endlich kapiert haben. Er ist der Champ  und keiner er anderen kann ihm das Wasser reichen. Außerdem ist man ja immer so alt wie man sich fühlt. Ich möchte nicht wissen, wie alt Paul dann ist. Meistens fühlt er sich wie 2 einhalb.

Mit einem sichtlich zufriedene Paul, einer ebenfalls zufriedenen Ginny und einem Lächeln im Gesicht ging es für uns wieder nach Hause.

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Eins ist aber klar, auch, wenn ich die Arbeit, die man nach so einem Training hat, nicht vermisst habe, so ist es das alles doch wert und es wird sicher nicht unsere letztes Geländetraining gewesen sein.

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