Ginny Gibson beim ersten vorsichtigen Geländetraining

Und irgendwie ist sie schon fast unheimlich, unsere Ginny.
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Nachdem sie das Dressurreiten gerade langweilig findet und man immer wieder Mühe hat, sie so richtig in Schwung zu bringen, ist sie gerade auf dem Springtrip. Zuhause ist ja schon länger so, dass man ihr zur Motivation am besten Stangen oder Cavalettis hinstellt und dies in die Dressurarbeit mit einbaut. Seit wir so viel über Cavalettis geritten sind, ist sie auch in der Dressur nochmal besser geworden, weil sie einfach mehr Zug von selbst bekommt und man nicht so viel treiben muss. Treiben führt ja bei ihr unweigerlich zu klemmen, deshalb ist es immer wichtig sie zum selbst laufen zu motivieren.

Und da es ja weitergehen muss im Leben und gerade keine Turniere sind, haben wir begonnen mit Ginny zum Auswärtstraining zu fahren, damit sie auch auswärts stabiler wird und nicht immer gleich die Nerven verliert. Natürlich können wir momentan nur zu ausgewählten Trainern fahren, die unseren Weg mitgehen, nämlich immer mit Ruhe arbeiten, nichts voraussetzen, aber annehmen, was sie anbietet und sie mit Konsequenz motivieren, wenn sie mal wieder glaubt, kein Reitpferd sein zu wollen.

Deshalb haben wir uns heute entschlossen zum Training nach Nussdorf zu fahren. Corinna kennt Ginny schon, sie kennt ihre Geschichte und weiß, dass es nicht einfach sein könnte. Das Training war in der Halle, was ein guter Einstieg ist, da sie sich so auf die Sprünge konzentrieren kann, keine Bodenprobleme hat und nicht von äußeren Einflüssen abgelenkt ist. Wir ließen uns in eine kleine Gruppe einteilen und dann ging es los.

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Wir waren früh genug dort, dass wir Zeit hatten anzukommen. Das war auch gut so. Tobende Shettys auf der Koppel, die Ginny nur durch eine Hecke durch sah, brachten sie erstmal aus der Fassung. Das konnte sie nicht glauben und so wurde sie mal kurz groß, die Augen flatterten und Ginny war „on“. Da wir genug Zeit hatten, konnte ich ganz in Ruhe mit ihr dorthin laufen, ihr die gefährlichen Zwerge zeigen und dann fand sie das auch in Ordnung. Die Shettys durften weiter toben. Ginny war schneller als gewöhnlich wieder relaxt und so konnte es für uns losgehen.

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Jetzt sollte es spannend werden. Einerseits wussten wir ja schon, dass Ginny Hindernisse ohne viel Farbe gerne mag und ihr das viel lieber ist als Stangensprünge. Anderseits haben wir außer der einen Bürste, die wir auf dem Sandplatz stehen haben schon lange nichts festes mehr gesprungen, was man schon allein daran sieht, dass wir nicht mal mehr Geländegamaschen haben. Wir sind gar nicht mehr ausgerüstet fürs Gelände. Egal, die Lammfellpuschen tuns auch und in der Halle gibt es ja kein Wasser, da kann man hinten bandagieren.

In der Halle angekommen durfte sich Ginny erstmal alles in Ruhe anschauen. Ruhe und Zeit sind die wichtigsten Faktoren im Umgang mit ihr.

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Und dann ging es los. Abtraben, Abgaloppieren, immer um die Hindernisse rum, zwischen den Hindernissen durch. Das kann normalerweise schon problematisch werden, es ist immer so eine Sache, bis der Gang drin ist. Heute aber nicht. Sie lief vom ersten Tritt an selbstbewusst und mutig los, zögerte nicht einmal und tat, als hätte sie nie etwas anders getan. Celine und ich warfen uns verwunderte Blicke zu, Nina grinste bis über beide Ohren und für uns war klar. Wenn sie schon so anfängt, dann könnte das echt gut werden.  Und das wurde es auch.

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Mit kleinen Kreuzen ging es los. Ein kurzes Zögern, und weiter ging es. Kein Blockieren. Ungewöhnlich. Aber irgendwie cool. Der Knoten war für heute schon geplatzt. Ein Knoten, den es heute gar nicht gab. Mit kleinen, unspektakulären Baumstämmen ging es los. Ginny hatte Spaß.

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Mit jeder Runde wurde sie sicherer, und so kam es, dass sie wie ein alter Professor über die Hindernisse segelte ohne auch nur einmal den Anschein zu erwecken, dass hier mal irgendwann irgendwas nicht funktioniert hätte.

Am Ende war sie so wach und hatte so viel Spaß an den Hindernissen, dass Nina eigentlich nur noch Beifahrer war. Ein bisschen lenken, ansonsten Ginny machen lassen. So muss sie sein, unser Mädchen, sie muss das selbst wollen.

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Und das war es dann auch schon unser Training für heute. Das war  optimal. Kleine Sachen, nichts spektakuläres, ideal um Ginny zu fordern aber nicht zu überfordern. Das werden wir wohl noch ein paarmal so machen. Immer wieder mit kleinen Sachen beginnen, immer wieder auswärts fahren und Ginny somit Sicherheit zu geben. Das sie alles kann, wenn sie nur will, das wissen wir. Jetzt ist es an uns, sie mit Geduld, wieder in die richtige Spur zu bringen und immer die richtige Mischung zu finden, was sie nervlich schon abkann, was sie stärkt und was vielleicht noch zuviel ist für sie.

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Wir sind jedenfalls mehr als gespannt, wie der Weg mit ihr weitergeht. Nachdem sie jetzt schon sehr lange Zeit gesundheitlich stabil ist sind wir guter Dinge, das es keinen Rückfall mehr geben wird und wir die schlimme Zeit endlich abhaken können.

Vielen Dank an dieser Stelle auch an Celine, die uns mit der Kamera begleitet hat. Sobald Nina Zeit hat, wird sie euch das Training schneiden und ihr könnt es dann in bewegten Bildern auf YouTube anschauen.

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