Ginny geht tatsächlich in die Winterarbeit

Heute gibt es den letzten Teil zur Winterarbeit oder Winterpause unserer Pferde. Wie ihr seht, gibt es kein festes Programm, dass auf alle Pferde anzuwenden ist, sondern wir gestalten die dunkle Jahreszeit passend für jedes einzelne unserer Pferde.  Was ich hier jetzt schreibe ist auch kein festgeschriebenes Gesetz, sondern der momentane Stand der Dinge. Wenn alles so läuft wie jetzt, wird das wohl so aussehen.

Natürlich stecken auch wir nicht drin, können nicht die nächsten Monate vorhersehen und so kann es durchaus sein, dass wir zwischendurch den jetzt gefassten Plan nochmal ändern werden oder müssen. Da steckt man nicht drin. Klar setzen wir uns Ziele, ob die aber tatsächlich erreichbar sind, oder ob sie weit übertroffen werden, so wie es mit Ginny diese Saison war, das weiß man vorher nicht und wir dürfen gespannt sein, wie weit wir im Frühjahr tatsächlich sind.

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Unsere Ginny war dieses Jahr wohl das größte Überraschungspaket für uns.

Nach ihrer Pause und dem nervlichen Totalausfall beim Winterturnier in Kreuth, hatten wir für sie eigentlich gar keine Pläne mehr.  Sie war halt da, weil sie da war und weil wir an ihr hängen. Sportlich gesehen war nichts zu erwarten. Dressurmäßig fehlt unserem Mäuschen einfach die Ausstrahlung und die notwendige Bewegungsqualität, die ein Dressurpferd mitbringen muss.

Mit ihrem tief angesetzten Blüterhälschen, ihrer Schiefe, die aus der Hinterhand kommt und ihrer Problematik, dass die Hinterhand schneller ist, als die Vorhand und sie sich dadurch oft verhaspelt, und ihrer deutlichen Überbautheit, sind eigentlich alle Vorraussetzungen gegeben, dass sie kein Dressurpferd wird.

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Auf diesem Bild kann man, glaube ich, die Schiefeproblematik ganz gut deutlich machen. Ginny fußt mit dem Hinterbein deutlich unter, kommt aber mit der Vorhand nicht schnell genug weg. So muss sie eine Möglichkeit finden, sich nicht selbst in die Füße zu treten und fußt deshalb seitlich am Vorderbein vorbei.  Im Winter wird das eine große Aufgabe für uns werden, sie in dieser Schiefe zu arbeiten und versuchen sie nach und nach besser gerade zu bekommen.  Dafür muss sie aber auch lernen, sich mehr vorne zu tragen, die Vorhand schneller zu bewegen und ihre Vorderbeine schneller vom Boden zu bekommen. Das alles ist sehr viel Arbeit und dauert seine Zeit.

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All das muss man mit ihr ganz vorsichtig angehen. Da wir ja nicht nur eine körperliche Problematik haben, sondern auch nicht die stabilsten Nerven ist das eine Sache, die man mit ganz viel Geduld und Gefühl angehen muss.  Mit Ehrgeiz und Wille geht hier gar nichts, sonst kann Ginny Stimmung auch immer noch ganz schnell kippen. Wenn sie etwas nicht versteht, nicht will oder genervt ist, dann kann das auch ganz schnell so aussehen.
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Und so wird Ginny auch weiterhin unser Überraschungspaket bleiben. Für sie wird es wohl nie einen festen Trainingsplan geben, wir richten uns irgendwie immer nach ihr.  Und das ist auch ok. so, wir haben uns damit arrangiert immer wieder in sie hineinzuhorchen und uns ihrer Tagesform anzupassen. Anders geht es mit ihr nicht.

Aber das heißt nicht, dass das Training mit ihr nicht Spaß machen würde. Es ist halt anders. Es ist viel mehr aufs Pferde bezogen, als man es mit anderen Pferden macht. Es ist viel mehr ein Arrangement zwischen Reiter und Pferd, eine tägliche Absprache, ein tägliches hineinhorchen und ein ständiges Ändern des Planes auf das,  was heute möglich oder auch nicht möglich ist.

Mit dieser Art haben wir in diesem Jahr so viel erreicht, wie wir nie zu glauben gewagt hätten. Klar, freuen wir uns auf die nächste Saison mit Ginny vor allem, weil wir so gar nicht wissen, wo uns der Weg hinführen wird. Wird sie wieder springen? Reiten wir sie vielleicht sogar mal im Gelände? Oder wird sie nochmal Dressur gehen? wir wissen es nicht, und es ist uns auch egal. Wir nehmen es wie es kommt.

Der Winter wird für Ginny sicherlich sehr abwechslungreich. Wir haben uns viel vorgenommen, was am Ende dabei rauskommt, werden wir sehen.

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