Der Hase hüpft im Regen und andere Probleme

Eieieieiei, was für ein Turnier.

Heute ging es ganz entspannt erst mittags los. Eigentlich optimale Voraussetzungen. Die Pferde konnten morgens noch auf die Koppel, zuhause Mittagessen, wir hatten Zeit den Hänger zu packen und konnten gemütlich losfahren. Wobei ich ja sagen muss, das Hänger packen für nur eine Dressurprüfung ist ja sehr überschaubar. Sattel, Trense, Schabracke —fertig.

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Aber genau bei nur dieser einen Prüfung begannen unsere Probleme. Wir haben Ginny noch nicht alleine mit dem Hänger gefahren und wollten das auch nicht jetzt im Moment ausprobieren. Wir sparen ja noch an Stresssituationen. So jedenfalls unser gut gemeinter Plan. Eigentlich wäre ganz klar der Pauli als Begleitpony mitgefahren. Er fährt sehr gerne Hänger und verhält sich auf dem Turnier völlig unauffällig, ist aber eben da und vermittelt somit Ruhe.  Aber unser Plan war diese Woche anders. Dadurch, dass die anderen Pferde aus unserer Stallgasse alle im Urlaub oder innerhalb des Stalles in andere Boxen gezogen sind, wäre Calle den ganzen Nachmittag alleine im Stall gewesen. Da Calle sowieso eine fürchterliche Heulboje ist, wenn Ginny weg ist, wollten wir ihm das nicht  antun und haben eben statt Paul  Calle als Begleitschutz mitgenommen.

Gaaaanz falscher Plan, aber dazu später mehr.

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Auf dem Turnier angekommen hatten wir noch genug Zeit. Alles war entspannt, wir waren gut in der Zeit, nicht zu lang und nicht zu kurz. Ginny konnte noch in Ruhe geputzt werden, solange sie noch vor dem Hänger stand war Calles Welt auch noch in Ordnung.

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Dann ging es für Ginny ans Abreiten. Kurze Zeit konnte ich Calle noch mit Futter und Äpfeln ablenken, aber schon bald hat er dann doch gemerkt, dass er alleine ist. Der Hänger stand aber nicht weit weg vom Abreiteplatz und so konnte Calle Ginny immer noch  sehen. Das war nicht gut.

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Und so steigerte er sich heute ein bisschen in seinen Liebeskummer rein. Er schreit ja immer, wenn Ginny weg ist, das ist normal auch kein Problem, aber heute hat er sich auch  noch im Hänger umgedreht, die Trennwände des Hängers verschoben, ja, er hatte heute einfach den Plan, den Hänger auseinander zu nehmen. Und so hatten wir dann doch noch etwas Stress.  Und unnötigerweise fing es dann auch noch an zu regnen.  Ginnys Laune sank, so ein Regentanz war für heute wohl nicht ihr Plan gewesen.
Auf dem Weg zum Dressurviereck ist sie dann gleich noch weggerutscht und ihre Frusttoleranz sank deutlich.

Das ist ja schon noch unser Problem. Ginny kann innerhalb von Sekunden zum Pulverfass werden. Wenn die Nerven nicht mehr mitspielen, dann hat man verloren. Und heute war das so. Der nervige Calle, der Regen und dann noch  Turnier, das war zuviel für ihr Nervenkostüm.  Ist ja auch verständlich.

In der Trabtour war sie trotz allem noch sehr umgänglich, wobei man ihrem Gesichtsausdruck schon ansah, was Nina obendrauf gefühlt hat. Sie spannte sich von Runde zu Runde mehr an. In dem Moment ist man im Viereck nur noch Beifahrer und man hofft, dass sie weiterläuft.

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Aber dann kam die Galopptour. Kurzkehrt bei A – nicht ihre Lieblingslektion- aber hat sie noch gut gemacht. Nina war ganz vorsichtig und konnte somit die erste Explosion verhindern. Aber Ginny wusste genau, wo angaloppiert wird. Da hat sie bei mir schließlich in Kreuth schon gebockt.  Und heute bei der Laune war klar, dass das nicht einfach werden wird. Nina hat praktisch nur an Galopp gedacht, war noch nicht mal richtig aus der Ecke raus, schon hüpfte der Hase los.  Hmm, gleich mal ein Ungehorsam beim angaloppieren, das kommt nicht gut in der L-Dressur. Egal. Ausatmen und weiter, jetzt geht es an den Außengalopp. Aber da war es schon gelaufen. Ist das bergauf galoppieren Gebäudebedingt sowieso unsere Schwierigkeit, auch unter besten Umständen, so ist mit schlechter Laune daran nicht zu denken. Es ist ganz witzig anzusehen, aber Ginny hüpft dann wie ein Hase. Nur hoch und runter. Das hat natürlich nichts mit versammeltem Galopp zu tun, eher was mit Hase hüpf und wird in der L-Dressur dementsprechend bewertet. Das wissen wir, das ist aber in diesem Moment nicht zu ändern. Man kann nur ruhig bleiben und versuchen wieder Ruhe reinzubringen, was in den verbleibenden eineinhalb Minuten im Viereck, wo es Schlag auf Schlag weitergeht natürlich nicht einfach ist. Man kann ja nicht einfach kurz eine Runde Schritt reiten, wie daheim im Training, es muss ja weiter gehen.

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Nina hat dann den Rest der Aufgabe noch heimgeritten. Nach dem Galopp war die gröbste Spannung auch raus. Na gut, so ist das halt. Als die Beiden fertig waren, war auch der gröbste Regenschauer vorbei.

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Wir waren alle patschnass und mussten mit der 5,3 wenigstens heute mal nicht bis zum letzten Starter warten, sondern konnten nach Hause fahren und uns und die Pferde trocken legen.

Morgen geht es für uns nochmal los. Ich weiß aber schon, dass Ginny ein gutes Gedächtnis hat und auch morgen in demselben Viereck noch weiß, dass sie gestern gebockt hat. Und dass das eigentlich ganz  lustig war. Nein, im Ernst. Sie wird auch morgen nicht entspannt in dieses Viereck laufen, das weiß ich, aber ich werde es trotzdem machen, Übung macht ja schließlich dem Meister.

Vielleicht ist es gut, dass ich eine Aufgabe reiten muss, die wir noch nie geritten sind, sie also nicht weiß, wann was kommt. Andererseits ist die Aufgabe aber auch ein bisschen schwerer und wir haben zum ersten Mal auf dem Turnier die Kandare drauf. Es kann also alles passieren. Aber egal, das sehe ich ganz entspannt und lasse es auf mich zu kommen. Und zur Not kann ich  ja immer noch die Hand heben.

 

 

4 Gedanken zu “Der Hase hüpft im Regen und andere Probleme

  1. teamkaupp schreibt:

    Hmm, nein, bi Ginny noch gar nicht. Klar ist es blöd, wenn es mal nicht klappt, aber bei Ginny überwiegt noch die Freude über das, was geklappt hat, als dass man enttäuscht wäre. Es ist ja alles noch recht frisch, dass sie überhaupt wieder läuft, da hat man noch nicht so große Erwartungen.

  2. verenamariahaufe schreibt:

    Oje, solche Situationen kenne ich 🙄 es nervt einen nicht nur, sondern man ist dann auch enttäuscht und zweifelt an der eigenen Leistung. Das spiegelt sich dann natürlich auch aufs Pferd über. ☹️

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