Unser Fazit zu Aachen

Da es hier im Nachgang zu unserem Besuch in Aachen doch einige Diskussionen über Blogger und deren Daseinsberechtigung gibt, äußere ich mich hier doch auch mal kurz dazu.
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Da war zum einen unsere tolle Zeit in Aachen, die wir sehr genossen haben. Wir sind dem  CHIO Aachen dankbar sind für die Einladung, die Möglichkeit bei so einem Turnier mal hinter die Kulissen schauen zu dürfen und haben versucht im Rahmen unserer Möglichkeiten die bestmöglichen Ergebnisse abzuliefern.

Nun kamen wir ja erst Donnerstags an, deshalb hatten wir wohl das Glück nicht im Beitrag des WDR über die Blogger vorzukommen. Ich habe den Beitrag natürlich selbst angesehen und bin mir nicht sicher, was ich davon halten soll.

Von verschiedenen Fernsehformaten, die man anschauen kann oder auch nicht, kennt man es ja schon, dass man mit Schnitt, Kameraführung und Ton vieles so darstellen kann, wie es der Darsteller eigentlich gar nicht wollte.

Hätte ich jetzt nur diesen Beitrag gesehen, hätte ich die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen, mir meinen Teil gedacht und das Thema Blogger für immer als abgehakt angesehen. Ich kann nicht beurteilen, ob die Leute so hingestellt wurden, oder sich selbst freiwillig so präsentiert haben, wie es hier teilweise dargestellt wird.

Davon möchte ich mich deutlich distanzieren.

Ich selbst habe keinen der Blogger als so überkandidelt kennen gelernt, wie sie hier zum Teil dargestellt werden.

Ich für mich habe das Turnier sehr genossen. Ja, ich habe es tatsächlich als Turnier angesehen, an dem ich die Möglichkeit habe viele Sparten unseres Sports auf höchstem Niveau zu verfolgen. Hier wurde sehr guter Sport geboten und man fand mich sowohl auf der Geländestrecke, als auch im Dressurstadion und natürlich im Springstadion. Ich war immer irgendwo unterwegs um für den Blog Impressionen einzufangen, um euch die Stimmung aus Aachen mit nach Hause zu bringen und euch ins Geschehen mitzunehmen. Von den Organisatoren wurde uns sehr viel ermöglicht, was der normale Turnierbesucher nicht miterleben darf, wie z.B. die Stallführung, die Führung auf der Geländestrecke mit Ingrid, das Parcoursabgehen für den Großen Preis, der Aufenthalt auf der Teilnehmertribüne. Die ganzen Eindrücke, die wir hier sammeln durften habe ich für euch in den Blogs verarbeitet.

Trotzdem war es auch für uns das erste Mal, dass wir bei so etwas dabei waren. Die Blogger hatten verschiedene Aufgaben, jeder sollte das machen, was er am Besten kann. Harriet Jensen zum Beispiel führte Interviews mit Reitern, Pflegern und teilweise auch den Bloggern. Ich stand immer staunend daneben, wie man denn einfach so frei von der Leber weg mit fremden Leute sprechen kann, gezielte Fragen stellen kann, egal ob auf Englisch oder Deutsch. Jedes ihrer Interviews war vorbereitet. Sie hatte den Namen des zu interviewenden bekommen und sich vorher Gedanken gemacht, was sie von demjenigen wissen wollten. Das wäre so gar nicht unsere Welt gewesen, das können wir nicht. Aber das macht es ja aus. Das ist ihre Welt und das hat sie perfekt umgesetzt. Man merkte ihr an, dass sie Spaß an ihrer Aufgabe hat, und sich damit sehr wohl gefühlt hat.

Die Blogger sind völlig verschiedene Menschen und jeder für sich kann etwas anderes und macht das dann.

Juliane Barth fand man den ganzen Tag mit ihrer Videokamera auf dem Gelände. Sie war immer auf der Suche nach dem besten Standpunkt, nach einer neuen Szene, die sie im Video haben wollten, saß zwischendurch im Pressezentrum und schnitt schon mal die ersten Szenen und macht auf uns einen sehr professionellen und symphatischen Eindruck. Die ersten Videos, die ich von ihr, sowie auch von Harriet gesehen habe, waren sehr durchdacht, und haben nichts mit dem Klischee des shoppenden, kreischenden Glitzerweibchens zu tun.

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Die beiden haben da echt tolle und professionelle Arbeit geleistet.

Und so ging es mir mit den meisten, die ich hier kennengelernt habe. Jeder kann, was er kann, war für seine Sache unterwegs und bemühte sich, das bestmögliche Ergebnis zu erreichen. Man muss natürlich auch wissen, was die Leute sehen wollen, die den Blog lesen.

Man muss vielleicht auch unterscheiden, für was die Blogger, was ja ein großer Allgemeinbegriff ist, eigentlich stehen.

Die einen, zu denen ich mich zähle, führen einen Blog mit Textbeiträgen, Fotos und allgemeinen Informationen. Ich habe aber keinerlei Journalistischen Hintergrund, sondern schreibe einfach wie mir der Schnabel gewachsen ist. Meine Sicht der Dinge, ohne den Anspruch, dass andere meine Meinung teilt oder gar gut finden. Wer es lesen will liest es, wer nicht, der muss ja nicht auf meine Seite gehen.  Auch meine Bilder sind völlig unbearbeitet, einfach nur so wie sie ein Laie aus seiner Kamera locken kann. Ich versuche den Blog vielseitig und interessant zu gestalten, er soll einfach Spaß machen zu lesen, mehr nicht. Aber es ist ja auch ganz einfach. Wenn ich so etwas professionell machen würde, würde ich damit Geld verdienen. So ist es einfach nur ein nettes Hobby, eine Nebenbeschäftigung,  die Spaß macht und mehr nicht.

Da ich aber lieber hinter der Kamera und hinter dem Laptop als davor sitze, gibt es von mir wenig Fotos mit den Pferden, da es deutlich fotogenere Menschen als mich gibt.

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Andere wiederum führen eine Instagram,- oder Facebookseite, in der es mehr darum geht, jeweils möglichst schöne Fotos zu machen. Hier wird aber kein großartiger Text gefordert oder geschrieben.  Wir für uns halten es immer so, dass Nina die schönsten Fotos für Insta nimmt, einfach, weil die Follower schöne Bilder sehen wollen. Wenn wir mehr zu erzählen haben, als es Insta her gibt, dann kommt das auch den Blog.

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Bei wieder anderen ist You Tube die Hauptsache. Die filmen natürlich, was das Zeug hält, da man dann ja, wenn man am schneiden ist, selbst erstmal merkt, wieviel Material man eigentlich braucht, um am Ende ein interessantes, vielseitiges Video zu erhalten.  Ich habe ja selbst schon ein paar Videos für You Tube geschnitten und weiß, was es für ein unglaublicher zeitlicher Aufwand ist, ein Video zu drehen, das Material zu sortieren, es zu schneiden, nach passender, erlaubter Musik zu suchen, es zu konvertieren und wieder hochzuladen.  Jeder, der das macht, investiert sehr viel Zeit in seine Arbeit und hat es nicht verdient dafür zerrissen zu werden. Wenn einem etwas nicht gefällt, dann muss er es ja nicht anschauen.

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Soweit meine Sicht der vielfältigen Arten des Bloggers, die ich in Aachen persönlich kennenlernen durfte. Auf ihre Art waren sie alle nett und symphatisch, keiner hat sich hier als „Star“ gefühlt, wie das vielleicht manchmal durch die “ Fantreffen“ dargestellt wird. Aber sie haben eben eine große Community hinter sich stehen, denen gefällt was sie machen und dann ist das doch in Ordnung, wenn die vor allem jungen Mädchen mal die Chance haben ihren Favoriten persönlich zu treffen.
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Alles in allem ist diese ganze Blogger / Influencer / You Tuber  und weitere Szene ja noch sehr neu und deshalb gibt es darüber viele Diskussionen, was man davon halten soll. Aber es ist eben nun mal die Zeit der jungen Generation und wir älteren sollten nicht alles schlecht machen, was die Jugend macht. Es wird sich auch in diesem Bereich noch vieles sortieren. Einige neue werden kommen, einige werden damit wieder aufhören, und vielleicht redet in 5 Jahren keiner mehr von Bloggern, dann gibt es wieder andere Themen. Also warten wir mal ab, wie sich diese Szene weiterentwickeln wird und was am Ende daraus werden wird.

Im Endeffekt wird uns aber doch allen immer wieder ans Herz gelegt, dass der Reitsport mehr an die Öffentlichkeit gebracht werden und wir präsenter sein sollen.  Das sollten wir natürlich im positiven Sinn umsetzen, zusammenarbeiten, vielleicht auch mal bei dem ein oder anderen Kritik üben, was ja aber nicht öffentlich geschehen muss.  Und vor allem sollten wir uns gegenseitig nicht den Spaß an der Sache nehmen, indem wir uns in Neid und Missgunst verrennen.