Pauli will kein Rentner sein

Wie die meisten ja in meiner Story schon gesehen haben, ist Pauli im Moment ganz dick eingepackt. Natürlich kommen viele Fragen, was denn unser kleiner Mann angestellt hat, dass er so einen dicken Verband tragen muss.

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Ja, vom Prinzip ist das ganz einfach zu erklären.

Unser Plan war einfach anders als der von Paul.

Unser Plan war, dass er in Kreuth sein Abschlussturnier mit Nina geht, danach abtrainiert wird und dann nur noch ein bisschen als Lehrpony für die Minis zur Verfügung steht. Dass man Paul nicht ganz rausnehmen kann, war klar, dafür ist er noch zu fit. Dass er weiterhin mit den Minis mit aufs Turnier darf war auch klar, schließlich ist er stinkebeleidigt, wenn er nicht mit darf und randaliert dann zuhause.

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Aber das mit dem Abtrainieren ging ihm wohl ganz schön gegen den Strich und er hat sich gesagt: “ Wenn ich mich nicht mit Nina austoben darf, dann mach ich das eben alleine“

Gesagt, getan, die richtige Gelegenheit abgewartet und die kam am Freitag mit Kumpel Knisti auf der Koppel. Ich habe es selbst nicht gesehen, sonst hätte ich es vielleicht verhindern können, aber er muss mit Knisti so umgetrieben und getobt haben, dass er praktisch auf drei Beinen zurück in den Stall kam. Und wie Paul so ist: Laufen konnte er zwar nicht mehr, aber er war glücklich. Glücklich und zufrieden sich endlich mal wieder richtig ausgetobt zu haben, genau das, was wir eigentlich gar nicht mehr von ihm wollten.

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Daran sieht man mal wieder, dass es nicht jedem Pferd gut tut aus dem Sport genommen zu werden. Die, die noch wollen, brauchen auch noch ihr tägliches Power-Workout und Paul gehört wohl zu denen, die mit einem chilligen, ruhigen Rentnerleben nicht zufrieden sind. Der will laufen, laufen, laufen. So ist er halt. Jetzt wissen wir es.

Immer wieder wird ja in den Netzwerken über Verkäufe von Ponys diskutiert, weil die Reiter zu groß werden. Immer wieder wird gefragt, warum machst du dann nicht was anderes mit ihm, z.B. Bodenarbeit usw. Hauptsache er kann bei dir bleiben.

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Das ist Unsinn. Wöllten wir Paul ausschließlich mit Bodenarbeit, longieren und Koppel bespaßen wäre er wohl das unglücklichste Pony der Welt. Von dem her ist es völlig legitim, dass Sportponys auch weiterverkauft werden, wenn der Reiter ihm nicht mehr gerecht werden kann. Das Pony wird bei einem neuen Besitzer mit einer ihm gerechten Aufgabe zufriedener und glücklicher sein, als bei seinem alten, nur damit er noch da ist.
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Was jetzt aber nicht heißt, dass Paul verkauft wird. Nein, Paul wird bleiben, seine Verletzung auskurieren, das wird wohl auf mindestens 3 Monate Schritt gehen rauslaufen und dann werden wir schauen, wie es verheilt ist. Den  kurzen Gedanken ihn auf eine Rentnerkoppel zu stellen haben wir schnell wieder verworfen, da die Heilungschancen für sein Beinchen gut stehen und wir werden jetzt alles tun um ihn dabei zu unterstützen.

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Danach wird er aber wohl wieder richtig arbeiten. Einen Hampelmann wie Paul kann man nur ertragen und gesund erhalten, wenn er sich regelmäßig auspowern darf und es dann auch mal aushalten kann ein paar Stunden auf der Wiese zu stehen ohne sich umzubringen.

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Bis dahin wünschen wir unserem Power-Paul gute Besserung und uns selbst gute Nerven beim täglichen Schritt führen. Das kann ja noch heiter werden.

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