Sommerturnier in Kreuth- Pauli

Heute gibt es den zweiten Teil des Kreuther Turnierblogs. Auch unser kleiner Mini-Mann Paul war wieder mit dabei. Allerdings hat das Turnier für ihn so einen ganz kleinen wehmütigen Beigeschmack.

Es sollte nämlich sein letztes Turnier mit Nina werden.
Nicht, weil er mit seinen 17 Jahren zu alt ist, auch nicht, weil er nicht mehr kann oder nicht mehr möchte, im Gegenteil, eigentlich will er schon noch, ist topfit und wird deshalb auch noch nicht in Rente gehen.

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Nein, der Grund ist einfach, dass Nina irgendwie vergessen hat mit dem Wachsen aufzuhören und es nun einfach an der Zeit ist, das aktive Turnierreiten mit dem Pony zu beenden. Wer schon mal mit dem eigenen Fuß an einer Stange hängengeblieben ist, während das Pony in bewährter Paul-Springmanier das Fahrwerk einklappt, der weiß, daß das irgendwann einfach nicht mehr geht.  Zudem wird man mit zunehmender Körpergröße ja automatisch nicht leichter und so wird es langsam einfach zu aufwändig und beschwerlich in den L-Springen ordentliche Runden zu reiten. Mal ganz abgesehen davon, dass es nicht mehr gut aussieht. Das alles sehen und wissen wir selbst, und haben deshalb schon vor dem Turnier entschieden, dass dieses Pauls letztes Turnier mit Nina sein wird.

Da aber Paul ja unverkäuflich ist, wird er natürlich bei uns im Stall bleiben und weiterhin Jule und vielleicht noch dem einen oder anderen Mini das Einmaleins des Reitens beibringen. Man wird ihn also sicherlich noch auf dem ein oder anderen Turnier sehen, aber eben nur in kleinen Prüfungen und mit den kleineren Kindern.

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Paul jetzt von heute auf morgen ganz rauszunehmen wäre gemein und unnötig. Schon jetzt, wo er nur nach Kreuth ein paar Tage Koppelpause machen soll ist er unausgelastet, dadurch unausstehlich und ärgert alle anderen auf der Koppel.
Auch alle Hänger im Verein werden ja immer direkt vor seiner Box beladen und er ist sowieso immer schon auf Habacht, vor allem, wenn unser eigener Hänger kommt. Der will noch mit, unbedingt, und den Erzählungen nach wird er zum wilden Tiger, wenn wir mal ohne ihn losgefahren sind. Ist einfach ein kleiner Spinner, unser Paul.

Und genau deshalb, weil er ist wie er ist und wir ihm so unendlich viel zu verdanken haben, soll er jetzt auch genau das machen dürfen was er will und was ihm Spaß macht. Was das auf Dauer ist, wird er selbst entscheiden, auf jeden Fall sieht er sich noch  nicht als Koppelrentner.

Jetzt aber zum Turnier.

Wir wollten einen schönen Abschluss für ihn haben. Der Traum wäre ja der 15. L-Sieg gewesen um eine runde Zahl zu erreichen. Das hat nicht geklappt.

Im ersten L am Mittwoch fiel leider eine Stange und wir mussten einen Zeitfehler verbuchen. Trotzdem war es wieder eine schöne Runde, Paul hatte Spaß daran nochmal auf dem tollen Boden von Kreuth im großen Stadion zu laufen.

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Am Donnerstag war ein Stil-L. Ich glaube, die beiden wollten es besonders schön machen, und wie es dann halt mal so ist, haben sie, so schnell konnte ich gar nicht schauen, den ersten Sprung verbummelt. Ups, passiert. Danach eine superschöne Runde, Paul war an allen Sprüngen bombensicher, sprang motiviert und schön und damit war für uns klar, dass wir diese Runde als letztes L nehmen wollten.

Da wir aber einige Prüfungen genannt hatten und Paul jetzt auch nicht drei Tage nur ausreiten wollten, startete Nina in Just for Fun noch in einem A**. Das war eine Runde absolut nach Pauls Geschmack. Im A  muss er sich nicht anstrengen, die beiden können Wendungen schnibbeln, und zack-zack-zack, war er schon durch das A durch und wenn der Parcoursdienst nicht einmal im Weg gestanden wäre, weil sie nicht mit Schnibbel-Paul gerechnet haben, wäre er deutlich der schnellste gewesen. So war es der zweite Platz und stolz durfte Paul seine letzte Schleife mit Nina in Empfang nehmen.

Jetzt ist erstmal Pause angesagt, obwohl ihm die so gar nicht gefällt. Aber diese Woche ist es so heiß, da muss auch ein Paul mal eine Pause akzeptieren.

Danach werden wir weitersehen. Nina wird ihn zuhause immer noch ab und zu mitreiten, um in locker zu halten und weil er sich einfach regelmäßig auspowern muss, sonst haben die Kleinen keine Chance auf ihm.

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Und dann hoffen wir, dass er all seine Erfahrung noch an unsere Minis weitergeben wird, und wünschen uns, ihn noch lange bei uns im Stall zu haben, bevor er irgendwann auf eine Rentnerkoppel gehen wird.

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