Ginny Gibson 1.Geländetraining 2017

Wir waren ja am Dienstag zum PSK Geländetraining in Kirchberg. Ginny wird zwar noch kein Turnier gehen, aber sie darf jetzt immer mal wieder mit, damit sie sich über das Hänger fahren und das Ganze drumrum nicht mehr so aufregt. Wenn das erstmal wieder normal für sie wird und sie nicht schon an den Rande eines Nervenzusammenbruches bringt, ist schon mal viel gewonnen. Das kann man nicht in der Turniersituation üben, das muss man in Ruhe machen.

Und so darf Ginny jetzt einfach ab und zu mal mitfahren, wenn wir mit Calle und Paul unterwegs sind. Da können die Jungs ihr zeigen, dass das alles gar nicht schlimm ist und es keinen Grund gibt sich aufzuregen. Dieser Plan ging diese Woche schonmal auf. Als ihr Calle in den Hänger eingestiegen ist, hatte Nina ernsthaft Mühe sie auf dem Hof zu bändigen, weil sie auch schnell rein wollte. Rein ist auch gar nicht ihr Problem, sie regt sich nur auf, wenn sie raus muss. Aber auch das war heute eine gute Übung. Dadurch, dass unser Vorderausstieg noch nicht repariert ist, mussten heute alle immer hinten raus. So haben wir mehrfach gewechselt und beim dritten mal ist Ginny schon völlig entspannt die Stufe runtergeklettert. So machen wir ganz viele kleine Schritte mit Ginny und freuen uns über jeden noch so kleinen Fortschritt.

Da wir Ginny noch nicht in einer Gruppe mit trainieren können, weil wir ja teilweise nicht wissen, was sie tut und dann die ganze Gruppe aufhalten würden, haben wir sie einfach mal dabei gehabt.  Wir wollten sie eigentlich dort einfach nur ein bisschen spazieren führen, grasen lassen und ihr die Sprünge zeigen. Aber  wir hatten Glück.

Vor unserem eigentlichen Training mit den Jungs war niemand auf der Strecke und wir durften sie dort reiten.  Das brachte aber schon die nächsten Fragezeichen.

Was würde sie ganz allein auf der Strecke machen?

Hat sie Angst? Wir wissen, dass sie, wenn sie Angst hat, ziemlich unberechenbar werden kann. Ginny kann in alle Himmelrichtungen bocken und das ziemlich fies. Wenn sie sich dann nervlich reinsteigert, weiß sie manchmal nicht mehr, welcher Fuß wohin gehört.

Sollten wir das Risiko eingehen? So kurz vor Nina`s  Abi?

Was wird sie tun, wenn die Jungs im Hänger wiehern und sie weg soll? Wir haben kurz hin und her überlegt, uns dann aber doch dafür entschieden. Zur Not hätte man halt abgebrochen.

Beim letzten Training im Oktober war sie noch ziemlich unsicher. Wir wissen, dass Ginny manchmal auf Grasboden unsicher ist und sich dann nicht richtig traut zu galoppieren. Zudem hat sie ja hinten noch keine Eisen, so dass man sie mit Stollen unterstützen könnte.

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Beim letzten Training war immer Calle als Unterstützung in der Nähe

Naja, was solls, der Versuch war es wert.

Und wir sind froh, ihn gemacht zu haben.

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Ginny war für ihre Verhältnisse super relaxt, hat sich überall hin reiten lassen, war sicher auf den Beinen, ging ganz alleine bis nach ganz hinten auf der Strecke, was manch erfahrenes Pferd schon mal vor eine Herausforderung stellen kann. Sie ging tapfer bergauf und bergab, durchs Gebüsch und vor allem mit einem Riesenspaß durchs Wasser. Der erste große Schritt war also schon mal gemacht.

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Alleine auf der Strecke zu galoppieren, sich sicher auf dem Boden auszubalancieren und mitzuarbeiten. Ganz nebenbei schien es ihr auch noch echt Spaß zu machen. Manchmal hat man das Gefühl sie wundert sich über sich selbst, was sie eigentlich alles kann, wenn sie sich nur traut.

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Da sie alles locker lässig gemacht hat, haben wir ihr gleich noch ein paar kleine Sprünge gezeigt.  Das fand sie erstmal ganz gruselig. Wer legt auch schon einen 40cm hohen Baumstamm auf eine Wiese? Jetzt war Geduld gefragt. Ginny sah den Baumstamm und ging auf 20m Entfernung nicht in seine Nähe.  So eine Nudel, da kann man im Schritt drüber laufen. Also war jetzt gleich mal wieder Ninas Geschick gefordert. Einerseits muss man da echt ruhig bleiben. Man weiß ja, dass sie das kann. Das ist nun wirklich keine Herausforderung, aber man muss sie schon erstmal überzeugen. Also in Volten hinarbeiten, so lange bis man in die Nähe kommt und wenigstens mal dran vorbei reiten kann. Das war für uns unten stehenden ganz witzig, weil Ginny sich ständig neue Bockideen einfallen lässt. Nina hatte oben drauf ganz schön zu tun. Es war das erste Mal, dass das Kabel der Airbagweste zu kurz wurde und sie drohte, bei Ginnys Gehüpfe aufzugehen.

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Na gut, anschauen kann ich es mir ja mal….

Ich glaube der Weg zu diesem einen Stämmchen hat ca. 10 Minuten gedauert. Deshalb kann man das nur machen, wenn man alleine ist. Sie braucht soviel Zeit wie sie braucht, wenn man da im Stress ist geht das nicht. Klar, wir könnten ein anderes Pferd davor hängen, dann würde das auch gehen, aber dann macht sie es beim nächsten Mal wieder nicht alleine. Und deshalb nehmen wir uns die Zeit, bis sie sich selbst traut und dann geht das auch sicher.  Nachdem sie sich den Sprung mal angeschaut hatte, ging es daran auf die andere Seite zu kommen. Da bekam sie dann doch einmal menschliche Unterstützung. Bei so einem kleinen Hüpfer kann man noch mit drüber springen. Also kurzerhand nebenher gerannt, und mit ihr gemeinsam drüber gehüpft…. und nein, es gibt davon kein Video 😉

Und damit war das Thema dann für diesen einen Sprung erledigt, der ging jetzt.
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Die Diskussion am zweiten Sprung war dann schon deutlich kürzer und ab da war der Gang drin.

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Manchmal macht es dann in ihrem Kopf einfach „klick“ und sie erinnert sich daran, dass sie das alles schon mal mit Leichtigkeit gemacht hat und eigentlich aus dem EffEff kann. Es ist immer nur das erste Überzeugen, den Dickkopf gepaart mit Unsicherheit zu überwinden und an ihr Selbstbewusstsein zu appelieren.

Und so kamen zum Abschluss noch ein paar sehr schöne Sprünge raus und Ginny wurde besser und besser.

Ich weiß, dass viele die Videos hier nicht anschauen können, deshalb habe ich nur ein paar kurze Clips als Vorschau gemacht. Ein komplettes Video vom Training von Ginny und auch den Jungs findet ihr bald auf dem Team Kaupp You Tube Kanal.

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