Die Jugendlichen beim Reitertag in Kornwestheim

Und auch für die Jugendlichen des Reitvereins startete jetzt die Turniersaison 2017.

Als ich im März die Ausschreibung sah, war ich sofort begeistert,  weil wir sehr gerne nach Kornwestheim fahren. Irgendwie hat das Turnier Nostalgiewert, weil es eines der ersten Turniere war, dass ich selbst schon vor fast 30 Jahren geritten bin und über die Jahre hinweg immer wieder auf dem Plan hatte. Für mich war das damals ein Riesenereignis aufs Turnier zu dürfen. In Kornwestheim bin ich sogar noch selbst auf Schulpferden gestartet.  Von dem her weiß ich auch, wie es ist, wenn man keinen eigenen Hänger hat, und trotzdem auch gerne mitmachen möchte.

 

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Auch die, die heute nicht geritten sind hatten Spaß

Ich hatte damals das Glück Eltern zu haben, die das voll unterstützt haben, sich einen Hänger geliehen haben, eine Anhängerkupplung ans Auto montieren ließen und mein Vater war im Hängerfahren geübt. So war es für ihn auch kein Problem sich auf das Fahren der Pferde einzustellen und so startete meine eigene Turnierkarriere.
Das besondere an Kornwestheim war damals für uns, dass man auf diesem Turnier sogar Eintritt bezahlen musste und wir Kiddies, die im Reiterwettbewerb starteten und eine weiße Hose anhatten einfach ohne zu bezahlen durchlaufen durften. Da haben wir uns schon ganz schön wichtig gefühlt 🙂

 

 

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Der Fanclub ist bereit

 

Das Schönste aber an diesen Turnieren in meiner Jugendzeit war diese Gemeinschaft, die wir innerhalb des Stalles hatten. Damals verbrachte ich noch meine gesamte Freizeit im Reitstall Räuchle in Schwieberdingen. Das Putzen des Sattelzeugs am  Tag vor dem Turnier, die Organisation, wer mit wem fährt, das Einflechten, das Schrubben der Pferde und jeder wollte das Beste aus seinen Vorbereitungen herausholen, das gegenseitige Helfen, wenn man mal wieder die Zöpfe nicht hinbekam, das abschließende Zusammensitzen im Stall…. als das sind meine Jugenderinnerungen an meine Turnieranfänge.

Und das möchte ich auch gerne den Jugendlichen heute vermitteln. Nicht, dass jeder für sich aufs Turnier fährt, jeder der Beste sein will, den anderen nichts gönnt, weil das ja heißt, dass man selbst nicht gut genug war. Nein, das Gemeinsame, das Mitfiebern mit den anderen, das Gönnen Können, wenn der Mitreiter auch mal besser war als man selbst . Auch die Eltern waren  natürlich immer mit eingebunden und sind auch heute noch unverzichtbar.

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Vera, Fabi und Luise bei den Vorbereitungen für die Dressurreiter-E

Leider erfuhr ich ja gleich nachdem ich die Ausschreibung hatte, dass ich nochmal operiert werden muss und ich wusste, dass ich die ganzen Vorbereitungen nicht machen können würden und so hing das ganze schöne Turnier schon wieder in der Luft. Ich wusste ja nicht mal, ob ich bis zum Turnier schon wieder auf den Beinen bin und so war ich schon ein bisschen enttäuscht. Aber wir wären kein Verein, wenn wir das nicht geregelt bekommen hätten. Theresa, unsere Jugendwartin und Vera, unsere gute Seele erklärten sich bereit, sowohl das Melden, als auch das Training für die Quadrille und auch das Fahren der Pferde zu organisieren und so konnten zwar nicht alle, die ich gerne mitgenommen hätte, aber wenigstens ein großer Teil den Weg nach Kornwestheim antreten.

 

Die Quadrille hatte Resi ja sowieso schon mit den Jugendlichen für die Weihnachtsfeier und den Pferdemarktschausamstag einstudiert, das Grundgerüst stand also. Nur die Reiter mussten wir aufgrund der Leistungsklasse teilweise austauschen, so dass die bewährte Quadrille in neuer Besetzung geritten wurde. Und sie haben es toll gemacht. Ein 9,0 für die künstlerische Gestaltung und eine 7,5 für die reiterliche Ausführung, die im Endeffekt eine 8,3 als Endnote fest stand, war auch gleichzeitig der Sieg in der Quadrillenprüfung.

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Neben diesem tollen Erfolg für die Quadrillenreiter sind die Reiter aber auch noch in anderen Prüfungen gestartet. So konnte sich Janka mit ihrem Pegasus in der Dressurreiter-A platzieren.

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Antonia wurde mit einer 7,3  6. in der Dressurreiter-E, während Fabi bei ihrem ersten Auswärtsturnier mit Luise mit einer 6,8 ganz knapp aus der Platzierung war. Eigentlich ja schade, aber trotzdem eine Wahnsinnsentwicklung der Beiden. Jeder, der ihre Geschichte vielleicht schon ein bisschen mitverfolgt hat, weiß, dass Fabi mit Luise nicht den einfachen Weg ging. Als Schulpferd, hatte sich Fabi in Luise verliebt und gegen den Rat aller Menschen wollte sie dieses Pferd haben und eben nur dieses, sonst eben keins. Und so hat sie sich mit ihrer Luise zusammengerauft und jeder Erfolg, den  sich die beiden erarbeiten ist ein weiterer Schritt in ihrer Geschichte.

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Und als letzte Prüfung waren unsere Kleinsten dran. Dennis, der seit Ende letzten Jahres Merits Mr.Knister als Reitbeteiligung mitreiten darf startete in seinem ersten Reiterwettbewerb Schritt-Trab. Fürs erste Turnier waren wir erstmal froh, die Variante ohne Galopp wählen zu können, weil wir ja so gar nicht wussten, was Knisti auf dem Turnier machen würde.

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Aber Knisti war wie immer toll. Er war so froh, auch mal wieder mitzudürfen, und fühlt sich immer furchtbar wichtig, wenn er auf dem Turnier ist. Geduldig hat er fast zwei Stunden lang auf seinen Start gewartet, ohne auch nur einmal einen falschen Schritt zu machen. Er ist auch als Kinderpony einfach toll.

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In der Prüfung setzte er sein hochkonzentriertes „Mr.Knister-Prüfungsgesicht“ auf und war voll auf Dennis eingestellt. Er reagierte auch jede kleinste Hilfe, und schnurrte seine Aufgabe dermaßen zufrieden und zuverlässig runter, dass ich draußen schon ein paar Schmetterlinge im Bauch hatte. Die beiden sind einfach zu einem tollen Team zusammengewachsen und für Merit, die sich ja mit zunehmendem Alter auch mehr um ihre Schule und ihre Zukunft kümmern muss ist das eine gute Unterstützung.
Mit einem dritten Platz beendeten die beiden Jungs ihren ersten gemeinsamen Start und waren damit überglücklich.

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Und der letzte Start des Tages galt unserem kleinen Champion. Gestern noch im L-Springen unterwegs, so schaltetet er heute auf Reiterwettbewerbprogramm um. Betreut von Nina und ihrer Mutter Catherine war Jule bestens unterstützt und wusste, dass sie sich auf Paul in jeder Situation verlassen kann.

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Die Prüfung war zuckersüß. Die Schmetterlinge, die schon bei Knisti durch die Bauchgegend flogen waren schnell wieder da, so dass ich kaum  noch fotografieren konnte. Aber ich war tapfer, versuchte nicht zu zittern und drückte auf den Auslöser. Es ist so schön zuzuschauen, wie Paul auf Kinderpony umschalten kann und hochkonzentriert nur noch darauf wartet, was Jule von ihm möchte. Dementsprechend fiel auch der Kommentar aus, den die Richterin, die die gesamte Prüfung trotz Zeitdruck liebevoll gestaltete und jeden Ritt einzeln kommentierte, Jule mit auf den Weg gab. Sie attestierte ihr sehr viel Gefühl, eine auffällig freundliche Kommunikation zwischen Reiter und Pferd bei einem schon gut gefestigtem Grundsitz. Lediglich das leichte Einknicken in der Hüfte, das bei Jule wachstumsbedingt momentan schwer abzustellen ist, wurde moniert. Daran arbeiten wir, aber es ist schön zu wissen, dass wir schon seit Jahren mit unseren Minis immer wieder auf dem richtigen Weg sind.

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Der Moment, wenn dein Name in der Siegerehrung als erstes genannt wird, und du dich auf den Weg zu der goldenen Schleife machst.

Und so konnten wir den Turniertag mit einer goldenen Schleife im Reiterwettbewerb Schritt-Trab-Galopp beenden, was übrigens Paul 27. Sieg insgesamt von Führzügel bis M-Springen war seit er bei uns ist. Er ist einfach ein richtiges Goldpony.

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Jetzt war es uns aber tatsächlich doch allen warm geworden und wir beeilten uns die Pferde nach Hause zu bringen, wo wir sie noch abspritzen und zum wohlverdienten Tagesausklang auf die Koppel entließen.

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