7 Monate Blog- warum mach ich das eigentlich?

Jetzt ist der Blog seit ziemlich genau 7 Monaten online. Es ist an der Zeit, sich dich Frage zu stellen, warum man das eigentlich macht, oder eigentlich stelle nicht ich mir die Frage, sondern die anderen Menschen um mich herum.. Ich werde sie gerne hier beantworten.

Bis vor ca. 4 Jahren hatte ich noch ein ganz normales Klapphandy mit Tasten, damit konnte man telefonieren. Eine SMS schreiben ging auch, aber das war dann schon das höchste der Gefühle. Ach ja, eine Kamera hatte es auch, aber damit zu fotografieren war mehr als sinnlos. Trotzdem kam ich damit aus.

Alle Mädels um mich rum hatten Smartphones. Ich konnte gar nicht verstehen, was die die ganze Zeit mit dem Handy machen. Wie gesagt, ich hatte meins zum telefonieren und das wars. Naja gut, so ist sie halt die junge Genaeration, dachte ich mir.

Ich weigerte mich lange, ein Smartphone zu haben, ich brauchte das ja nicht. Ich weiß auch nicht mehr ganz sicher, wie ich zum ersten Smartphone kam aber üblicherweise übernehme ich die abgelaufenen Vertragshandys von Nina, wenn ein neues fällig ist. Ich glaube das war der Weg zu meinem ersten Smartphone. So, jetzt hatte ich so ein Ding in der Hand. Von Nina wusste ich ja schon ungefähr, was man damit machen konnte und so liess ich mir Whattsapp installieren. Ich glaube, wenn ich bis heute zwei oder dreimal meinen Status geändert habe, ist das viel. Von den Mädels höre ich immer wieder, dass sie das dauernd tun und auch den Status anderer Menschen lesen. Das ging irgendwie an mir vorüber. Aber Whattsapp ist schnell zu einer festen Einrichtung geworden, die ich auch jetzt noch gerne und viel nutze. Ohne Whattsapp, wäre inzwischen schon komisch.  Man hat sich doch an die unkomplizierte Kommunikation, vor allem auch in der Gruppe, gewöhnt und es gehen doch öfter Bilder und Videos hin und her.

Facebook war auch schnell installiert, ebenso die App, die wir zum ausreiten benutzen. Runtastic war zu Samsung-Zeiten ein tolle Sache, wussten wir doch endlich mal wie weit wir eigentlich geritten waren, wie schnell usw. Mit dem Iphone habe ich sie dann nicht mehr verwendet, weil sie einfach zuviel Akku geschluckt hat.

Es gibt noch ein paar weitere Apps, die ich inzwischen nicht mehr missen möchte und inzwischen fragt man sich schon, wie man noch vor nicht allzulanger Zeit mit einem normalen Telefon ausgekommen ist .

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Ja, und so ging der Weg auch irgendwann an Instagram nicht mehr vorbei. Ich erinnere mich noch an die Zeiten, als Nina mit Insta angefangen hat und ein paar andere auch. Ich hatte kein Insta und verstand nur Bahnhof. Hashtag war für mich was ganz komisches, ich glaube, manche amüsieren sich heute noch über meine Hashtags, die ich halt auch mal versuche…. 🙂 #ü40amstart
Mir wurde dann immer erzählt, wer wieder was auf Insta gepostet hatte und ich wurde schon ein bisschen neugierig. So kam es, dass ich mir ein eigenes Profil anlegen ließ. Erstmal eigentlich nur um mitzulesen. Es lag mir fern ein eigenes Bild zu posten. Ich hätte gar nicht gewusst, was ich da posten soll, was so interessant ist, dass es andere Leute interessiert.  Die Mädels sagten immer: „Silke, du musst aktiver sein“ aber ich wusste ja gar nicht wie. Ich konnte doch nicht irgendwas posten und das möglichst täglich. So war ich lange der stille Mitleser, der ab und an auch mal ein Bildchen gepostet hat. Mehr aber nicht. Ich hätte niemand sagen können, wieviele Leute mein Bild geliked haben oder gar wieviel Follower ich habe. Dafür hatte ich auch eigentlich gar keine Zeit.

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Nach dem Unfall wurde vieles anders. Plötzlich hatte ich Zeit. Ich war sowieso immer mit im Stall, aber ich konnte  ja nichts machen. So fand ich mich immer öfter mit der Kamera in der Hand wieder. Noch so was, von dem ich keine Ahnung hatte. Ich hatte zwar eine Kamera zum Geburtstag bekommen, mit der konnte ich aber gar nicht umgehen und habe es auch nicht versucht, es waren ja immer genug Leute da, die das sowieso besser konnten als ich. Also musste ich es ja nicht versuchen. Und plötzlich wurde mir das Ding in die Hand gedrückt. Ich spielte ein bisschen rum, probierte einige Einstellungen aus, und es kamen tatsächlich ein paar wenige ordentliche Fotos dabei raus.

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Da fing es an Spaß zu machen. Ich probierte bei jeder Gelegenheit verschiedene Motive aus, und fing Feuer. Schnell merkte ich aber, dass ich mit meiner Kamera an die Grenzen stoße  und habe mich gründlich informiert, was ich denn besser machen könnte. Ich glaube, ich habe jeden, der mir mit einer Kamera begegnete gelöchert, was er denn für eine hat, warum und wieso und was er mir als blutigen Anfänger empfehlen könnte. Natürlich habe ich mich auch durch verschiedene Fotoforen gearbeitet, aber die Profis dort haben mich nur milde belächelt, weil mir weder Belichtungzeiten, noch Blende, noch Verschlusszeit irgendetwas sagte.  Ich wollte fotografieren, nicht studieren. Trotzdem stapelten sich die Fotobücher und  Ratgeber bei mir am Sofa und Google glühte. Das hat mich aber alles nicht weitergebracht.

Ein Top Beratung in einem Fotogeschäft aber schon. Dort habe ich letztendlich meine jetzige Kamera mitsamt Objektiv gekauft und ab dem Tag habe ich praktisch täglich fotografiert. Das mache ich bis heute. Alles, was mir vor die Linse kommt ist fällig. Gut für Nina, befremdlich für alle anderen Menschen um mich rum. Hier begannen die fragenden Gesichter. Ich weiß schon, dass manche den Kopf schütteln und sich wundern, was ich da eigentlich mache. Aber was solls. Es macht mir halt Spaß. Und ich habe jetzt die Zeit, die ich vorher nicht gehabt hätte.

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Ich glaube, dass mir das neue Hobby ganz gut über die schwere Zeit geholfen hat und es mich schon ein ganzes Stück davon abgehalten hat über die – sowieso ungewisse Zukunft– nachzudenken. Also ist es doch gut. Inzwischen stehe ich da auch drüber und die meisten haben sich glaub dran gewöhnt, dass da wo ich bin, der Fotorucksack nicht weit entfernt ist und ich werde auch nicht mehr gefragt, ob ich zum Wandern gehe, wenn ich mit dem Rucksack  auf dem Rücken ankomme. Ja, liebe Mitmenschen, man gewöhnt sich an alles 🙂

So, nun hatte ich viele, viele Fotos. Die waren auf dem Laptop und sollten am Ende des Jahres im jährlichen Fotobuch verarbeitet werden. Und sonst? Dafür waren sie ja dann doch zu schade. Wofür braucht man einen Haufen Fotos, wenn sie keiner sieht?

Die Wohnung ist auch schon voll, da kann man ja auch nicht unendlich viele aufhängen.

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Und so wurde ich aktiver in Insta. Ich begann meine Lieblingsfotos zu posten. Oft waren es bei mir die Pferde ohne Reiter oder mit Nina, weil sie eben das Motiv ist, dass ich am meisten vor der Linse habe und an der ich üben kann, ohne dass sie genervt davon ist.

Die Katze hat sich als schlechtes Übungsobjekt erwiesen, weil sie immer wegrennt, wenn man mit dem Foto kommt oder alternativ mit dem Objektiv kuscheln will.

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Es gab wenige Bilder von mir mit den Pferden, weil ich mich ja erstens schlecht selbst fotografieren kann und zweitens auch nicht für so fotogen halte, dass ich unbedingt aufs Bild muss. Ich finde Bilder von mir selbst eher gruslig. Wenn, dann von weitem, das reicht dann aber auch. Ich habe irgendwie nicht so das  Kamera-Strahle-Gesicht, das man braucht, um auf Fotos sympatisch rüberzukommen. Zudem machen meine Haare sich üblicherweise und unvorteilhafterweise gerne selbständig und gestylt werdet ihr mich selten im Stall finden. Keine guten Voraussetzungen für gute Bilder. Also lassen wir das und ich bleibe hinter der Kamera.

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Nun kamen aber über Insta immer wieder recht nette Kommentare und ich trauerte ein bisschen meiner alten Homepage nach. Die hatte mir immer sehr viel Spaß gemacht, aber irgendwann, nachdem ich in Leonberg fest etabliert war, hatte der Name“ Mobile Bereiterin“ nicht mehr gestimmt, Arbeit hatte ich auch mehr als genug, so dass ich sie nicht mehr regelmäßig aktualisieren konnte und deshalb hatte ich sie aufgegeben.  Aber jetzt war es ja anders. Ich hatte wieder Zeit und haufenweise Material zu verarbeiten.

So begann ich mit dem Blog. Im Blog verarbeite ich teilweise meine eigenen Gedanken, z.B. im Blog über Anonymität im Internet. Das sind Sachen, die ärgern mich unheimlich und ich möchte gerne Stellung dazu nehmen, wie ich dazu stehe. Dann schalte ich den Lappi ein und schreibe frei aus dem Bauch raus. Wer es lesen will kann vielleicht was mitnehmen, wen es nicht interessiert, der muss es ja nicht lesen.

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Wir wurden auch oft nach unseren Outfits gefragt und so kamen auch schon ein paar Outfits dazu. Ja, wir haben Spaß daran unsere Pferde und uns aufeinander abzustimmen und diskutieren oft zuhause, welche Schabracken gerade im Stall sind und was wir dazu anziehen. Und so entstehen die Outfitblogs. Wir selbst holen uns ja auch Anregungen im Internet, was andere so tragen und was uns davon gefallen könnte.

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Durch meinen gelernten Beruf als Bereiterin kamen dann auch einige Blogs über Ausbildung unserer eigenen Pferde, der Berittpferde und auch allgemeine Blogs dazu. In der Regel schreibe ich aus unserem Leben, weil ich dann auch die passenden Fotos dazu habe. So gibt es dann auch mal Blogs über Springgymnastik. Aber nicht über Springgymnastik im Allgemeinen, dazu gibt es wahnsinnig viele tolle Bücher, die informativer und ausführlicher sind, als es ein Blog sein kann. Nein, ich schreibe auch hier immer anhand eines Beispiels mit unseren Pferden.

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Durch meine Kundschaft, die mich am Anfang mit den Worten “ Ich habe gegoogelt“ echt auf die Palme getrieben haben habe ich gemerkt, dass es ganz viel Informationsbedarf an für mich alltäglichen Dingen gibt. Beispielsweise die Pflege des Lederzeugs,  alles rund ums Pferd, was nach einigen Jahren Erfahrung Routine ist, wie einflechten, frisieren, Putzroutine, Bandagieren, Ausrüstung, Hufbeschlag usw. wird gerne gelesen und erhält immer wieder positive Kommentare. Ich habe schnell gemerkt, dass hier ein großer Informationsbedarf besteht. Für mich ist das einfach, das zu schreiben, weil es ja mein  täglich Brot ist. Für viele ist es anscheinend sehr informativ und unterhaltsam. Ich merke schon auch immer wieder, dass viele dieser Themen im Stallalltag untergehen und oft nicht die Zeit ist richtiges frisieren und so weiter zu zeigen, so schauen es sich viele im Blog an und sind dann schon ein bisschen vorinformiert.

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Inzwischen habe ich schon mein Foto-Hobby darauf eingestellt passend zu meinen geplanten Blogbeiträgen zu fotografieren, was auch sehr viel Spaß macht, weil man oft damit ins Detail geht und dabei manchmal auch echt schöne Fotos entstehen, die man so gar nicht machen würde.

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Auch im Produktbereich gibt es den ein oder anderen Beitrag von mir. Das hat nichts mit Werbung zu tun, ich bekomme ja nichts dafür, dass ich diese Blogs schreibe. Aber wir haben im Laufe der Zeit so viele unnötige Sachen gekauft und haben ja selbst auch immer wieder andere Leute gefragt, zu was sie uns raten könnten und wie sie das eine oder andere finden. Manches sieht im Laden oder gar im Internet so toll aus, man muss es unbedingt haben und beim benutzen erweist es sich dann als Flop. Oder man schwankt zwischen zwei Sachen und sucht nun nach einer Entscheidungshilfe oder einem Erfahrungsbericht anderer, um die für sich richtige Entscheidung treffen zu können.

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Und so wie ich im Stall allen Leuten gerne beratend zur Verfügung stehe in Sachen, welche Produkte ich empfehlen kann, so habe ich das auch für den Blog übernommen. Es kann sich ja trotzdem jeder sein eigenens Urteil bilden und auch jeder hat sein Budget, das er ausgeben kann und möchte. Bei uns ist es ja auch nicht so, dass wir das komplette Zubehör auf einmal gekauft haben, sondern es sich über die Jahre ansammelt. Da kommt immer mal wieder ein neues Teil dazu. Und je länger die bereits gekauften  Sachen halten, desto weniger muss ich wegen Verschleiß ersetzen und es ist wieder Geld übrig um neue, hochwertige Sachen zu kaufen, die widerum eine lange Lebensdauer haben. Und so sammelt es sich, weil ja bei guter Qualität relativ wenig aussortiert werden muss.

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Und so hat sich der Blog inzwischen glaube ich ganz gut eingespielt. Oft kommt jeden Tag ein neuer Blog, vor allem auch in der Turniersaison, wenn es auch noch Turnierberichte gibt. Allerdings kommen die Blogs bei mir aus dem Bauch heraus. Entweder komme ich heim, setze mich hin und es entsteht einer, oder eben nicht. So kann es auch mal sein, dass ein paar Tage nichts kommt. Ich kann die Beiträge vorher nicht planen, die werden nichts. Ich muss einfach hinsetzen, die Finger auf die Tastatur legen und entweder bewegen sie sich oder nicht.

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Ich freue mich grundsätzlich über jedes Feedback zum Blog sei es auf Instagram oder auf dem Blog selbst und nehme auch eure Anregungen und Wünsche für neue Blogposts auf. Wenn die Zeit gekommen ist, dann schreibe ich. Auch, wenn es manchmal vielleicht eine Weile dauert bis etwas kommt. Ich habe alle Wünsche im Hinterkopf und sobald ich passende Fotos dazu habe, schreibe ich was dazu.

Bei den letzten Blogs ist mir aber immer wieder aufgefallen, dass man manche Blogs besser in bewegten Bildern darstellen kann. Aus diesem Grund wird der Blog hier, auf dem die Videos auf manchen Geräten nicht abrufbar sind, durch einen eigenen Team Kaupp Kanal unterstützt, damit ich euch in Zukunft auch Videos zu manchen Themen rund ums Pferd und auch Produkttests liefern kann.

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Auch Nina`s Kanal wird weiterhin bestehen bleiben, da ihre privaten Videos mit den Pferden ja ganz anders sind als die Videos die auf den Blog sollen, deshalb kann jeder von euch selbst entscheiden, was ihn interessiert und zwischen den Kanälen, die man sehen will, wählen.

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So, nun habe ich aber mal wieder genug geschrieben, ich glaube das habe ich nur getan, um mich wieder darum zu drücken, das Vorstellungsvideo für You Tube zu  machen, in dem ich ja vor die Kamera muss. Aber morgen, da hole ich einmal tief Luft, sage einmal Hallo in die Kamera und dann geht es endlich los…….

2 Gedanken zu “7 Monate Blog- warum mach ich das eigentlich?

  1. Christine schreibt:

    Liebe Silke!
    Über deine Beschreibung wie du zum smartphone und dem ganzen was dazu gehört, habe ich sehr schmunzeln müssen ☺ ich gehöre auch der ü40 Generation an und bei mir war es ganz genauso! Wozu brauche ich das usw. Heute möchte ich es auch nicht mehr missen! Ansonsten finde ich deine Blogs immer sehr gut und ich hoffe, es kommen noch viele! Ich freu mich immer wenn es wieder was neues von euch zu lesen gibt! Mach bitte weiter so!
    Alles liebe
    Christine

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