Ginny bekommt einen Wellnesstag- Zeit für die Chiropraktikerin

Seit vielen Jahren lassen wir unsere Pferde regelmäßig chiropraktisch oder osteophatisch behandeln. Wir machen das nach keinen festen Zeitschema sondern nach Gefühl. Für mich ist es dann an der Zeit für eine Behandlung oder Kontrolle, wenn ich das Geühl habe, dass im Bewegungsablauf des Pferdes irgendetwas anders ist als sonst und ich es reiterlich nicht lösen kann.
Als Therapeuten haben wir mehrere zur Auswahl. Zwei sutdierte Tierärtzinnen die sich jeweils auf Chiro oder Osteo spezialisiert haben und ein Tierheilpraktiker/ Chiropraktiker stehen auf meiner Telefonliste.

Also es wird nicht gleich, wenn sich ein Pferd mal nicht so gut stellen lässt der Chiro geholt, das versuchen wir dann erstmal mit Gymnastizierung, evtl. auch Longe und eben allen Möglichkeiten, die uns zur Verfügung stehen zu lösen. Manchmal merken wir aber, dass wir reiterlich nicht weiterkommen. Wenn wir merken, dass wir das Problem nicht lösen können ist es Zeit, sich Hilfe zu holen.

Ich habe mit beidem, mit Chiropraktik und auch mit Osteophatie sehr gute Erfahrungen gemacht. Mal hilft das eine besser, mal das andere. Eben immer das, was gerade zum Pferd passt.  Ich glaube durch das rechtzeitige Eingreifen kann man oft schlimmere Folgen vermeiden.

Man muss sich dabei im Klaren darüber sein, dass Chiropraktik nichts mit Einrenken und Knochenbrechen zu tun hat. Ist ein Wirbel derart verschoben, dass man mit Gewalt rangehen müsste, dann war da wohl sowieso nichts  mehr zu machen.

Es ist auch keine Zauberei, sondern das einfache Erkennen der Zusammenhänge, die aus den verschiedenen Bewegungsfaktoren des Körpers entstehen. Oft entsteht eine Bewegungsstörung gar nicht da, wo sie offensichtilich auftritt. Das Skelettsystem des Pferdes ist ja sehr groß und sehr komplex und besteht aus vielen  Muskeln, Sehnen, Bänder, Knochen und weiteren Faktoren wie die Funktion der Leber, Nieren usw. die ineinander übergreifen und für ein gesundes Pferd sorgen.

Nur, weil ein Pferd vorne links nicht in Ordnung ist, kann die Ursache doch wo ganz anders liegen. Das habe ich über die Zeit bei Ginny gelernt. Ich darf mich nicht auf einen Punkt versteifen, sondern muss ganzheitlich schauen, wo denn die Ursache des Problems liegt.
Und genau das machen meine Helfer. Egal wer von Ihnen.
Sie sehen Ginny und auch die anderen Pferde als Ganzes und hören sich von mir an, wo denn die Problematik ist und gehen dann darauf ein.

Ich denke immer, mit einmal vortraben können die Tierärzte nicht das erkennen, was ich über Wochen hinweg beobachte und so möchte ich gerne einen Therapeuten haben, der mir zuhört und mir auch zugesteht, dass ich selbst nicht ganz blind bin, was den Zustand meines Pferdes angeht.

Ich habe auch über meine eigene Krankengeschichte am eigenen Leib erfahen, dass manches ganz anders ist, als es von außen aussieht. Ich habe zwar Wirbel gebrochen, aber die sind es nicht, die die Schmerzen verursachen. Es ist bei mir die Muskulatur drumrum, die festgehalten und verspannt ist und für wahnsinnige Schmerzen sorgen kann, obwohl meine Röntgenbilder top sind. Der Unterschied ist halt nur, dass ich sagen kann wo es weh tut, meine Pferde können es nicht. In der Reha wurde oft eine Krankengymnastikeinheit durch eine gezielte Massage ersetzt, weil ein Muskelaufbautraining mit derart verspannter Muskulatur gar nicht möglich gewesen wäre. Aber wie gesagt, ich kann halt auch sprechen und sagen, wo es mir weh tut. Seitdem achte ich noch mehr auf die Signale der Pferde und reite nicht mehr einfach drüber weg, nur weil der Tierarzt sagt, der ist jetzt in Ordnung.

Bei Ginny sind wir momentan auf einem sehr gutem Weg. Sie läuft dressurmäßig sehr gut – für ihre Verhältnisse- , ist motiviert und lebhaft. Sie hat ein top Fell und baut zusehends die richtige Muskulatur auf. Kurz, es geht ihr gut, besser als je zuvor, seit die Krankengeschichte begonnen hat. Das ist top und freut mich jeden Tag wieder.  Trotzdem hat Ginny ihre eigenen körperlichen Probleme. Sie hat eine leichte Fehlstellung der Hufe und eine schiefe Hüfte. Das sorgt immer wieder dafür, dass sie vor allem linke Hand sehr schief ist und praktisch auf zwei bis drei Hufschlägen läuft. natürlich wird sie beim Reiten immer wieder geradegerichtet und gezielt gymnastiziert, trotzdem ist aber immer mal wieder die Hilfe von Profis nötig. Und das war jetzt der passende Zeitpunkt. Gerade jetzt, wo sie so schön Muskulatur aufbaut, wollen wir natürlich, dass diese auch an den richtigen Stellen ansetzt und dafür müssen wir manche Schiefstellungen einfach auch mal manuell beseitigen.

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Auch der Hufschmied wird nächste Woche wieder sein Bestes geben, die Huffehllstellung zu korrigieren und sie damit wieder auf ein stabiles Gerüst zu stellen.

Und so hatte sie heute ihren Wellnesstermin bei Frau Dr. Just.

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Frau Dr. Just war eineinhalb Stunden mit ihr beschäftigt. Sie hat sie erstmal im Schritt und im Trab angeschaut um sich ein Bild von ihrem Bewegungsablauf zu machen und einen Vergleich zu ziehen, zum letzten Mal, als sie sie gesehen hat. Dann ging es in die wind,-und regenfreie Schmiede in der erstmal die Faszien gelockert wurden, um überhaupt an die tieferliegende Muskulatur zu kommen. Ginny hat es sichtlich genossen und wäre wohl bei der Behandlung eingeschlafen, wenn der liebeskranke Calle sie nicht immer wieder mit seinem Geschrei aus der Führmaschine geweckt hätte. Ich glaube, sie hat ihn heute auf den Mond gewünscht.

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Nachdem sie oberflächenmäßig bereit war ging es an die tieferen Schichten und wie ich es mir gedacht und erhofft hatte, gab es heute keine größeren Baustellen. Eine etwas festegehaltene Lendenwirbelsäule, unser übliches Problem am Brustbein und schon war die Behandlung für heute fertig. Das hat mein Gefühl bestätigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind, aber es nicht schadet, Blockaden zu lösen, bevor sie zu einem Problem werden.

Ginny wurde nach nochmaligem Vortraben und einer zufriedenen Tierärtzin für heute entlassen und muss jetzt zwei Tage Longe gehen, danach kann man sie wieder reiten. Ich bin gespannt, ob es eine Verbesserung gibt und bin froh, kompetente Leute an meiner Seite zu haben, die auch mal schnell und unaufwändig kommen, wenn ich sie brauche.

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