Kreuth der erste Prüfungstag

Heute ging es los mit den ersten Prüfungen in Bayern. Es war deutlich kälter als gestern, das habe ich beim einflechten zu spüren gekommen. Nachdem Ninas Geschenke ausgepackt waren und wir alle gefrühstückt hatten, hieß es für mich alle drei Pferde einflechten, da die Prüfungen heute  alle direkt nacheinander kamen.

Heute hatten wir ja noch drei fleissiger Helferlein zu Besuch, die unsere Pferde alle gemistet und mit Wasser versorgt haben und sie mir auf Hochglanz poliert hatten. Danke euch dafür ihr drei. Ich habe in der Zeit alle drei Pferde eingeflochten, beim dritten Pferd waren dann die Finger echt eisig. Aber so ist das halt mit den Winterturnieren.

 

 

Nina hatte schon die Starterlisten geholt und den ersten Parcour abgegangen, den dann gleich Paul gehen sollte. Pauli ging eine gewohnt sichere Runde im L und wurde damit 3. Das war doch schonmal ein guter Auftakt.

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Während Nina auf die Siegerehrung wartete, brachte ich Paul schonmal rüber und bereitete Calle vor. Heute musste alles Hand in Hand laufen. So hatten wir genügend Zeit für alle, aber wir hatten eben keine Zeit zu verschenken. Calle war deutlich ausgepowert von seinem Theater gestern und hatte eigentlich keine Lust mehr auf irgendeine unnötige Bewegung.  Aber er hat sich dann in der Prüfung doch 64 sek  lang zusammengerissen und hat sich von Nina durch das Springen bitten lassen. Da er sich aber tatsächlich nicht zum schneller galoppieren als unbedingt nötig hinreißen liess, war er zwar Fehlerfrei aber zu langsam für eine Platzierung. Aber auch damit waren wir für die erste Prüfung nach dem unerklärlichen Totalausfall in Meissenheim sehr zufrieden. Immerhin sprang er wieder ….

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Wir gehen davon aus, dass er morgen wieder besser drauf ist, weil ihm seine neue Box mit Sichtkontakt zu Ginny doch deutlich besser gefällt und er so heute zur Ruhe kam.  Da sieht man mal wieder, was das Wohlfühlen und das Drumrum für Auswirkungen hat. Calle ist halt doch ein Sensibelchen. 🙂

 

Ginny wirkt im Stall sehr gefasst und ruhig. Nur am Durchfall kann man ihre innere Nervosität erkennen. Wir haben versucht, alles für sie perfekt zu machen. Wir haben sie auf dem Aussenplatz abgeritten, damit sie nicht gleich in die enge Halle mit vielen Pferden muss. Das fand sie aber schon recht gruselig, so allein in der Wildnis, was ja auch verständlich ist.

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In der Abreitehalle dann war sie toll. Keine Anstalten zu blockieren, selbstbewusst auftretend und todschick fiel sie dort echt ins Auge. Leider nahm sie das Selbstbewusstsein nicht  mit bis in die Prüfungshalle. Dort angekommen wurde sie gleich wieder klein und schüchtern.

Nina konnte sie über Sprung eins bis drei überreden, aber bei der Wendung zu Sprung 4 machte sie dicht und es war nichts mehr zu machen. Auch der Korrektursprung, Sprung 1 auf den Ausgang zu, den sie ja 20 sek. vorher schon gemacht hat, war nicht mehr drin und so ist das eingetreten, was wir ein bisschen erwartet hatten.

Schade darum, dass sie es zuhause inzwischen wieder echt gut macht aber auf dem Turnier die Nerven verliert. Das war leider unsere einzige Chance, dass Nina sie unter perfekten Bedingungen durch  ein A* reiten konnte, weil sie ja zuhause erst bei L anfangen kann. So müssen wir uns wohl damit abfinden, dass Ginny nicht unser Turnierpferd werden wird, und wir auch nicht die Chance haben das hinzureiten. Mit L anzufangen wäre ja utopisch und jeden Monat nach Kreuth fahren auch…..

Ich denke sie wird keine Prüfung mehr gehen. Den Versuch war es wert.  Es hat nicht geklappt und wir werden weder uns noch sie mit dem Stress quälen, dem sie offensichtlich nicht standhält. So ist halt jedes Pferd anders und Ginny macht sich innerlich so viel Druck, dass mir persönlich die Gefahr zu groß ist, dass sie wieder Magengeschwüre bekommt und wieder in sich zusammenbricht. So darf sie die weiteren Tage dabei sein und spazieren gehen, aber eben nicht mehr in einer Prüfung.

 

 

6 Gedanken zu “Kreuth der erste Prüfungstag

  1. teamkaupp schreibt:

    Da hast du wohl Recht. Im Endeffekt muss man dem Pferd gerecht werden und ich halte es nicht für ein Verbrechen, de bestmöglichen Platz und Besitzer für ein Pferd zu finden. Ich habe nicht den Anspruch zu behaupten, dass es einem Pferd nur bei mir gut gehen kann. Oft ist es woanders viel glücklicher.

  2. Louise W schreibt:

    So ein Pferd hatten wir auch mal…
    Im Training top und alles lief gut, natürlich haben an dem ein oder anderen Tag sogar auch auf einer gewohnten Anlage die Nerven verrückt gespielt, aber auf einem Turnier unmöglich, wir haben auch ungefähr das gleiche probiert wie ihr. Nichts hat sich in einem Jahr verbessert, sie stand immernoch glattschnass im Anhänger, hat auf dem Turnier nichts gegessen und getrunken und hat auch Durchfall gehabt. Wir haben es dann zum Wohle des Pferdes aufgegeben und haben uns eingestanden, dass sie nicht die Nerven für Turniere hat und bei einer Freiteitreiterin besser aufgehoben ist😔
    War schade um das Pferd, weil es schöne Bewegungen und viel Potenzial hatte, aber die Nerven müssen auch da sein…
    Ich hoffe das Ginny sich verbessert✊❤️

  3. teamkaupp schreibt:

    Das ist nicht gesagt. Nur weil sie momentan noch nicht die Nerven hat, heißt es ja nicht, dass sie es nicht lernen kann 😃 Aber momentan ist die noch nicht so weit.

  4. Lea schreibt:

    Hey!
    Freut mich für Calle und Paul das sie so lieb waren. Glückwunsch zum 3. Platz!:)
    Werdet ihr Ginny verkaufen oder trotzdem weiterhin behalten?
    Und Turniere wird sie definitiv nie mehr gehen oder ?
    Echt schade :/ aber was will man machen..
    Lg 🙂

  5. teamkaupp schreibt:

    Ja das ist richtig. Wir hätten es auch versucht, wenn sie nur annähernd ein bisschen Spaß daran gehabt hätte. Aber da sie nicht einen Sprung freiwillig sprang, macht es keinen Sinn es nochmal zu versuchen. Man kann sie ja schlecht drüberzwingen. Und quälen muss man sie nicht. 🤗 Kannst mir glauben, mir selbst tut das am meisten weh 😰 Aber ich habe eine Verantwortung dem Pferd gegenüber und wenn etwas gar nicht geht, dann kann man es nicht erzwingen. Und für zeigen, nochmal anreiten usw. Hat man auf dem Turnier eben keine Zeit.

  6. Hanna Klein schreibt:

    Schön dass es mit Calle und Paul so gut lief! Glückwunsch!
    Das mit Ginny finde ich sehr schade. In den Blogs zur Vorbereitung wurde mehrfach erwähnt, dass ihr darauf eingestellt seid, dass sie in den ersten Prüfungen nicht durchkommen wird. Daher dachte ich, ihr würdet es diese Woche noch 1-2 mal versuchen, um Möglichkeiten zur Gewöhnung zu schaffen.
    Soll keine Kritik sein 🙂 ihr seid vor Ort und kennt euer Pferd natürlich! Ist das denn jetzt die gefürchtete „Aufgabe“? Also was den Turniersport betrifft…
    Grüßle Hanna

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