Wellnesstag für die Jungs

Da Calle und Paul geimpft wurden, haben wir die Zeit für einen Wellnesstag genutzt.

Für beide war es Zeit geschoren zu werden, da sie so ein dichtes Fell haben, dass wir sie nicht mehr trocken bekommen.

Calle hat dieses Jahr auf die rechte Seite ein Kleeblatt und auf die linke Seite ein Herz bekommen. Leider sieht man es bei einem Schimmel fast gar nicht. Naja egal, der Wille war da. Calle findet scheren super. Er schläft dabei fast ein und freut sich über die Aufmerksamkeit. Er würde sich am liebsten jede Woche scheren lassen.

Als Calle fertig geschoren war, ging es noch ans frisieren. Das bleibt so im täglichen Leben manchmal auf der Strecke, aber muss halt auch mal sein. Die Mähne haben wir letztes Jahr einmal verzogen, da Calle irgendwo in der Abstammung ein Shetlandpony haben muss, auf jeden Fall hätte er soviel Mähne, dass man sie nicht mehr einflechten kann.  So musste er es einmal über sich ergehen lassen, aber seitdem reicht es zum Glück, wenn wir schneiden.   Auch die Fesselbeugen werden bei uns ausgeschnitten. Das Argument, dass das Wasser ablaufen können muss über die Haare zählt  bei uns nicht, da unsere Pferde nicht auf matschigem Boden stehen und somit kein Wasser das ablaufen müsste an die Fesseln kommt.  So werden alle abstehenden Haare rund um den Fesselkopf abgeschnitten. Das macht viel feinere Beine, sieht einfach eleganter aus und ist pflegeleicht.

Den Schweif schneiden wir nicht ganz so kurz, wie es bei Springpferden üblich ist. Er geht, wenn er frisch geschnitten ist bis knapp über den Fesselkopf. Trägt das Pferd ihn dann beim Reiten geht er ca. bis Mitte Röhrbein. Ich bin kein Freund von zu langen Schweifen, da es sonst passieren kann, dass das Pferd beim Rückwärtslaufen selbst drauftritt und sich erstens weh tun kann und zweitens unnötig Schweifhaare ausgerissen werden.
Oft ist es auch so, dass die Schweife nach unten hin sehr dünn werden und geschnitten einfach mehr Fülle haben und gepflegter aussehen.
Wir schneiden den Schweif indem wir ihn zwischen den Pferdebeinen durchziehen und dann gerade abschneiden. Hängt er dann runter sieht er erstmal schief aus, aber wenn ihn das Pferd beim Reiten trägt, machen ja die äusseren Haare einen Bogen und wirken daduch kürzer. Den Bogen simulieren wir indem wir den Schweif eben mit diesem Bogen schneiden. Dann ist er beim Reiten gerade.

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Mit einem leckeren Futter war dann Calles Wellnesstag beendet. So könnten für ihn alle Tage sein.  🙂

Paul`s Definition von Wellness ist anders. Scheren gehört da auf jeden Fall mal nicht dazu. Er fürchtet sich vor dem Kabel auf dem Boden und ebenso vor den herunterfallenden Haaren. Er ist halt ein kleiner Fürchtefix.

Also muss es bei Paul eigentlich ganz schnell gehen, was aber durch sein gehampel etwas schwierig wird. Deshalb sind wir bei Paul immer zu zweit beim Scheren. Einer steht am Kopf und einer schert. Trotzdem ist es dann irgendwann soweit und das Fell ist ab.

Paul trägt seit drei Jahren dasselbe Schermuster, weil es einfach zu ihm passt. Auf der linken Seite hat er einen Pegasus, auf der rechten Seite den Schriftzug PAUL. Damit er nie vergisst, wie er heißt.

Da wir nochmal herrliches Herbstwetter hatten, konnte Paul gleich mal noch ohne Decke die Koppel geniessen und war froh, als er uns endlich nicht mehr sehen musste.