Fotografieren will gelernt sein

In der Hoffnung irgendwann mal mehr als gute Zufallsfotos machen zu können, haben sich ein paar Leute aus dem Reitverein zusammengeschlossen und zwei Übungsabende rund um das Fotografieren organisiert.

Bei uns gibt es momentan eine Handvoll Leute, die oft mit dem Foto unter dem Arm über die Anlage laufen, von denen aber keiner irgendwelche Vorerfahrungen im Fotografieren hat. Dank der guten Kameras und der Automatikprogramme ergibt das auch immer mal wieder ordentliche Fotos. Hier mal ein kurzer Überblick der beim Kurs entstandenen Fotos. Wie ihr seht, muss bei uns alles als Motiv herhalten, was uns vor die Kamera kommt.

Für uns ist ja die digitale Fotografie ein Segen. Man macht 1000 Fotos, davon löscht man 900 und hat trotzdem noch ein paar schöne Treffer. Zu Zeiten in denen man die Bilder noch entwickeln musste, wäre das nicht möglich gewesen. Auch die direkte Bildkontrolle auf dem Live View ist eine ganz geschickte Einrichtung . Man kann sofort schauen, wie es aussehen wird und weiss auch gleich, was man noch besser machen kann.

Wir fotografieren mit folgendem Zubehör:

Nikon D5500 und ein lichtstarkes 2,8 er Objektiv mit 70-200mm Weite

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Für die D5500 haben wir uns nach eingehender Beratung im Fotogeschäft entschieden, da es mir selbst nicht möglich war herauszufinden, was aus dem Riesenangebot an Digitalkameras für meine Bedürfnisse die richtige ist.

Zuvor hatte ich ja die D 3100mit einem 4,5-5,8 er Objektiv und einer Reichweite von 70-300mm. Die war vom Prinzip ganz gut für Fotos auf dem Spring,-und Dressurplatz bei guten Lichtverhältnissen. Damit haben wir echt ordentliche Fotos gemacht,sowie es jetzt Theresa macht, die jetzt Besitzerin der Kamera ist. Diese Nikon ist ein tolles Einsteigermodell und in Preis,-Leisungsverhältnis Top.


Unser Problem stellte sich bei Frühjahrslehrgang in Meissenheim raus.Wir hatten schlechtes Licht, es war trüb,bewölkt,es gab keine Sonne.Zudem ritten die Mädels im Gelände schnell und waren weit weg. Das packte die D 3100 mit mir am Auslöser nicht mehr. Ich sah, was die anderen für Fotos schossen und wie meine dagegen waren und suchte deshalb nach einer geeigneteren speziell eben fürs Gelände.

Nur, wo anfangen war Frage. Objektiv, Kamera oder beides? Das ist aber natürlich auch eine Geldfrage. Für Kameras sind nach oben keine Grenzen gesetzt ebenso, oder noch schlimmer für Objektive. Da kippt man schon mal aus den Latschen, was das alles kostet.

Wir haben für uns nun die (bezahlbare) Optimallösung gefunden. Natürlich sind wir weit von einer Profiausrüstung entfernt, aber für uns ist das jetzt so in Ordnung.

Die Kamera Nikon D5500 macht 7 Serienbilder in der Sekunde, damit kann man schon mal ein paar Bewegungsabläufe einfangen und hat immer wieder einen guten Zufallstreffer dabei, wenn man es selbst noch nicht so gut sieht, wann man abdrücken muss.

Für die Kamera ist auch die Qualität der Speicherkarte wichtig. Man sollte die kleine 10 im Kreis haben, damit sie überhaupt in der Lage ist mehrere Bilder hintereinander abzuspeichern. Sonst speichert sie zu langsam und man keine Bilder mehr machen.

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Die Anzahl der Pixel ist deutlich mehr als bei der 3100 allerdings finde ich, merkt man das auf dem Bild nicht sooo deutlich.

Eine Top-Anschaffung war das neue Objektiv. Es ist zwar richtig groß und mit 1,5 kg auch sehr schwer, aber es macht einfach durch seine Lichtstärke tolle Bilder selbst bei schlechten Lichtbedingungen. Als ich das erste Mal damit in der Halle fotografiert habe, war ich baff, was das Objektiv kann.  Ich komme inzwischen mit dem Gewicht gut klar, habe die Kamera immer am Start und merke es schon gar nicht mehr.

Allerdings wäre das Objektiv neu unbezahlbar gewesen. Die günstige Variante von Sigma kostet immer noch 900-1500 € und das ist ja nicht nichts. Ich habe das Netz durchforstet und mit etwas Glück ein deutlich günstigeres gebrauchtes gefunden. Hier halte ich es wie bei meiner Reitausstattung auch. Ich kaufe lieber die bessere Grundqualität, wenn mir das zu teuer ist suche ich nach Angeboten oder gebrauchten Sachen. Im Endeffekt bin ich damit besser bedient, als wenn ich dasselbe Geld für billige Sachen ausgebe.

Seit neuesten habe ich noch einen Polfilter drauf, der die Lichtwirkung posiriv beeinflussen soll und ausserdem mein Objektiv vor Kratzern und Staub schützt. Auch diesen fand ich in einer Preisspanne zwischen 50 und 200 Euro. Da ich keinen Qualitätsunterschied erkennen konnte, habe ich mich hier für den billigsten entschieden.

Beim Fotoseminar haben wir versucht mit unseren Kameras noch besser umzugehen. Wir wollen lernen ohne die Automatik zu fotografieren um die Qualität der Aufnahmen weiter zu verbessern. Matthias, der sich als Erklärer zur Verfügung gestellt hat, brauchte viel Geduld mit uns Unwissenden. Als er anfing uns was von Blende, Zeit, Iso usw zu erzählen sah er viele Fragezeichen in unseren Augen. Am ersten Abend hatten wir nur Theorie. Wir lernten für was man welche Einstellungen braucht, in welchem Zusammenhang Belichtungszeiten, Blendenöffnungen, Isowerte und alles, was die Kameras noch so können stehen und wie man sie gezielt einsetzen kann. Das ist ungefähr wir eine halbe Parade beim Reiten. Es klappt nur, wenn alle Hilfen zusammenspielen. Stimmt eine Hilfe nicht, dann wird es schon mal nichts. Und genauso wie man lange üben muss, um eine halbe Parade ordentlich einzusetzen und zu reiten, so ist es auch beim Foto. Man kann das nicht an einem Abend erklären. Man kann nur die Grundlage legen und alles andere ergibt sich dann aus Übung, Übung, Übung. Man muss raus, fotografieren, was das Zeug hält, verschiedene Einstellungen ausprobieren und damit mit der Kamera zusammenwachsen. Am zweiten Abend machten wir Praxisteil und übten in der Praxis das gelernte umzusetzten. Diese Fotos sind dabei entstanden.

Das Leonberger Reitturnier war dann das perfekte Übungsobjekt für uns. Wir alle gaben glaube ich ein witziges Bild ab. Wie wir auf der kompletten Anlage verteilt mit unseren Fotos um den Hals auf Wanderschaft gingen, den besten Standpunkt suchten, schauten wo und wie die Sonne steht, die Bilder miteinander verglichen und abends alle am Rechner saßen um unsere vielen Dateien hochzuladeDann war da auch noch der nette Fotograf von Rimondo da, der professionelle Bilder machte, sich aber nebenbei auch noch die Zeit nahm, mir hilfreiche Tips zu geben, was ich in Zukunft noch besser machen kann. Das fand ich sehr nett von ihm, haben die Turnierfotografen es ja nicht wirklich leichter, seit so viele Leute mit eigenen Digikams unterwegs sind. Da ich aber einen bezahlten Rimondozugang habe, habe ich kein schlechtes Gewissen, da seine Bilder und die der anderen Fotgrafen natürlich nochmal eine ganz andere Qualität haben und wir auch regelmäßig noch bei ihnen welche kaufen.

Und weil wir noch lange nicht am Ende sind mit Üben wird es auch weiterhin viele Fotos von uns geben, die auch in Blogs verarbeitet werden. Wäre ja schade um das ganze Material. Mal sehen, vielleicht lerne ich das Fotografieren auch noch irgendwann. Im Moment stehe ich noch ganz am Anfang, und es gibt reichlich Luft nach oben, aber genau das ist eine schöne Herausforderung für mich. Udn jeder, der mich zukünftig mit meinem Rucksack übers Turnier spazieren sieht, wundert sich nicht mehr, ob ich auf Wanderschaft gehen will, sondern weiß, das ich mal wieder auf Foto-Übungstour bin.

In diesem Sinne wünsche ich allen viel Spaß über meine Blogs in mein neues Hobby mit mir gemeinsam reinzuwachsen und werde jetzt gleich mal die Akkus laden gehen.

7 Gedanken zu “Fotografieren will gelernt sein

  1. teamkaupp schreibt:

    Ich versuche immer die Iso recht niederig zu halten vorausgesetzt die Lichtverhältnisse sind gut. Den Rest lasse ich die Sportautomatik machen, da ich meistens nicht genug Zeit habe Einstellungen vorzunehmen und mit den Bildern mit der Automatik recht zufrieden bin. Dazu habe ich halt ein gutes Objektiv und einen UV-Filter, bzw. bei greller Sonne einen Polfilter drauf. Soweit kann ich dir das mit meinem Hobbyfotografendeutsch beantworten.

  2. Leonie schreibt:

    Tolle Bilder!!! Könntest du auch mal eine Beitrag schreiben welche Einstellungen du für die Aufnahmen einstellst? Oder mir das einfach mal hier beantworten? Würde mich freuen 🙂

  3. Nicola schreibt:

    Ich fotografiere auch unglaublich gerne hobbymäßig😊 Und selbst für den Anfang finde ich deine Bilder Wahnsinn ! So viele schöne Aufnahmen. .. Ich liebe es, wenn ich den Blogeintrag gelesen habe, mir erstmal alle Bilder anzuschauen 😉
    LG Nicola

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