Eindecken, Scheren, Fellwechsel

Ist zwar ein ganz gruseliger Gedanke, aber es ist wieder soweit. Die Fliegendecken werden zwar immer noch täglich gebraucht, aber so langsam müssen wir auch die anderen Decken schon wieder griffbereit haben.

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Irgendwie war in diesem Jahr sowieso alles durcheinander. Die Pferde hatten nie ein richtiges Sommerfell. Viele der älteren Pferde bei uns im Verein hatten große Probleme mit dem Fellwechsel, die Pferde wussten wohl nicht so recht, welche Jahreszeit eigentlich ist. Auch unsere haben eigentlich auch den ganzen Sommer über mal mehr, mal weniger gehaart, aber so richtig vorbei war und ist es nicht. Momentan überlegen wir, ob sie noch Fell abwerfen, weil es warm ist, oder ob sie schon Fell abwerfen um Winterfell zu schieben.

Wir gehören immer zu den ersten, die ihre Pferde eindecken. Ich bin kein begeisterter Scherer und mache das nur, wenn es unbedingt nötig ist. Bei den Ponys, die von den Kindern geritten werden bin ich soweit es irgendwie möglich ist gegen das Scheren. Das hat einen ganz einfachen Grund. Bei einem geschorenen Pferd muss man schon ganz gut aufpassen, dass es immer richtig eingedeckt ist, und das finde ich für die Kinder echt schwer. Ausserdem werden mir die Ponys im Winter zu griffig für die Kleinen, wenn ihnen kalt ist. So viel arbeiten die ja auch nicht, dass man sie nicht ungeschoren laufen lassen könnte. Aber man muss halt einfach weniger aufpassen. Sei es, dass die  Kinder eine Runde um den Stall reiten, beim Warm,-oder Trockenreiten, es ist mit Fell viel einfacher.
Nur, wenn ein Pferd eben gar nicht mehr trocknet ist es nicht zu umgehen. Nassgeschwitzt im Stall zu stehen wäre mir zu gefährlich.

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Ich habe die Erfahrung gemacht, wenn ich früh genung eindecke kann man oft das viele Fellschieben reduzieren. Allerdings muss man es eben jetzt schon anfangen. Tagsüber laufen wir zwar noch im T-Shirt rum, aber sobald ich abends selbst eine Jacke anziehe, das ist so ungefähr ab 15° denke ich auch drüber nach, die Pferde nachts einzudecken. Das ist bei mir kein Problem, da ich meistens abends lang da bin und morgens schon früh wiederkomme zum Ausdecken. Für jemand, der nicht im Stall ist und niemand hat, der es machen kann ist das natürlich logistisch unmöglich. Aber wir haben eine gute Community, die helfen sich da auch gegenseitig aus, dann klappt das.

Ich beginne Mitte August bis ca. Mitte September mit dem Eindecken. Manchmal sind es nur einzelne Nächte, manchmal ist es nicht nötig. Als erstes kommen bei uns die dünnen Abschwitzdecken zum Einsatz. Wichtig ist, dass sie Kreuzgurte haben, und im Brustbereich gut passen, damit sie dem Pferd angenehm sind und nicht zwicken.  Welche Deckengröße bei welcher Marke die Richtige ist, findet man mit der Zeit raus. Ich bevorzuge Marken, die Zwischengrößen haben z.B. 130cm für Pauli. Die bekomme ich sowohl bei Amigo als auch bei Anna Scarpati.

Bei den Sportpferden, die sowieso geschoren werden müssen, decke ich erst ein, wenn es nachts unter 10° hat. Dann kommen auch erstmal die Abschwitzdecken drauf, die wir in verschiedenen Fleecestärken haben.

Meistens schere ich so im November. Da ist es in der Regel noch nicht so kalt und bis es richtig kalt wird, haben die Pferde schon wieder etwas Fell nachgeschoben, aber eben nicht so viel, als wenn sie nicht geschoren wären. Meistens, auch je nachdem auf welche Turniere wir im Winter fahren, müssen wir zweimal scheren. Da ich ein ganz fürchterlich fauler Scherer bin, bleiben bei mir Kopf und Beine dran. Ein nettes Muster auf den Po, das muss reichen.

Für die ungeschorenen Pferde reicht im Winter in der Regel eine 100g Decke aus. Je nachdem, ob sie einen Paddock haben oder nicht, muss es natürlich eine atmungsaktive Regendecke ohne Rückennaht sein, bei Boxenpferden tut es eine normale Stalldecke. Da bei uns ab -5° sowieso die Fenster geschlossen werden, damit das Wasser nicht einfriert, reichen die vollkommen aus. Bei Regendecken muss man unbedingt drauf achten, dass sie atmungsaktiv sind. Ich habe schon oft erlebt, dass die Pferde unter der Decke schwitzen, auch wenn es kalt ist, das ist nicht der Sinn einer Decke. Auch die Passform ist wichtig. Die Pferde sind von der Eindeckerei ja sowieso nicht so begeistert, wenn es dann auch noch klemmt und zwickt, dann können sie ganz schön schlecht gelaunt werden, was ja verständlich ist. Ich habe meine Amigo Stalldecken inzwischen schon mehrere Jahre, die sind leicht und passen eben durch die Zwischengrößen den Pferden gut.

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Die geschorenen Pferde werden natürlich noch penibler eingedeckt. Unser Sortiment an Decken ist relativ groß, vor allem auch dadurch, dass vor allem Pauli immer wieder welche gewinnt, die ihm aber in der Regel gar nicht passen, die erben dann  Calle und Ginny.

Als wir aufs Großpferd umgestiegen sind, musste ich mir das erste Mal Gedanken übers Decken waschen machen. Ich muss dazu sagen, dass ich meine Decken so rund alle zwei Wochen wasche. Es gibt nichts schlimmeres als eklige, vollgesch…. Decken, die Kleben und Stinken. Ich habe zwar eine 8,5 kg Waschmaschine und da haben auch die Ponydecken immer gut reingepasst, aber bei den Großen ging das nicht mehr. Seitdem arbeite ich nach dem Zwiebelprinzip.  Alle Pferde haben eine 50g Regendecke, da sie ja auch bei schlechtem Wetter aufs Paddock gehen muss das sein. Die kann ist schon bei weniger als 10° draufmachen und die passt problemlos in die Waschmaschine. Wird es kälter wird abgefüttert. Entweder mit einer Fleeceabschwitzdecke oder mit zu den Decken passenden Unterdecken mit 100 oder 200g. Das reicht uns in Regel über den Winter und macht uns ziemlich flexibel. Ich kann alle Teile problemlos einzeln waschen. Die Decken ständig zum Waschen zu geben wäre für mich bei 3 Pferden unbezahlbar.

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Aufs Frühjahr hin vermeide ich nochmaliges Scheren, das ich finde, dass dann das Sommerfell nicht so schön wird. Ausserdem geht es dann ja immer schon los mit etwas Konditionstraining im Gelände und da ist es gut, wenn wir ohne Decke ausreiten gehen können.

4 Gedanken zu “Eindecken, Scheren, Fellwechsel

  1. teamkaupp schreibt:

    Hallo Vicky. Nein, damit haben wir keine Erfahrung, meine Pferde haben noch keine Amigodecken kaputtgemacht. Da habe ich wohl Glück. Ich weiss gar nicht, welche Stärke unsere haben.

  2. Vicky schreibt:

    Hallo und vielen Dank für den super Artikel.
    Meine Stute hat ihre Mio Decke aus 600 Denier kaput gemacht. Normalerweise nehmen wir lieber 1200, aber sie ging immer pfleglich mit ihren Decken um 😉
    Habt ihr schon starke Unterschiede gemerkt zwischen den beiden Stärken gemerkt? Ich weiß ja auch nicht was sie damit angestellt hat. da ich die Amigo Turnout oder Hero nicht mit 1200 finde 😦
    Vielen Dank schonmal

  3. teamkaupp schreibt:

    ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Pferde jetzt schon in den ersten kalten Nächten ihr Winterfell ansetzten. Entweder überwindet man sich jetzt schon, wenn es nachts kühl wird einzudecken und die Decke dann morgens wieder runterzumachen, oder das Fell kommt. Wenn es kalt ist, ist es zu spät. Eine ungefütterte Regendecke, fine ich , gibt überhaupt nicht warm, deshalb nehme ich Abschwitzdecken. Ich glaube, ab – 5 Grad ist es dann egal, wie kalt es noch wird. Dann ist es einfach kalt. Aber als wir noch PAddockboxen hatten hatte ich da schon 350g oder 400 gramm drauf. Aber das musst du tatsächlich von deinem Pony, seinem Fell und seiner Kältempfindlichkeit abhängig machen. Das merkst du ja dann, wie er sich wohlfühlt

  4. Elena schreibt:

    danke für diesen informativen beitrag!:) also ich möchte mein Pony nicht scheren, aber dennoch soll sie nicht so ein Teddyfell bekommen, sollte ich dann bald anfangen sie einzudecken zu anfang mit einer einfachen Regendecke ? und bei wie viel grad macht ihr wie viel Gramm drauf ? Mein Pony steht in einer Box mit Paddock dran und es wird bei uns nachts auch schonmal -20°, wie dick sollte ich dann eindecken ?:)

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