Calle und Dressur

Manch  einer wird sich fragen, warum Nina und ich Calle auf dem Turnier in ein Dressurviereck reiten, obwohl wir von vorneherein wissen, dass wir praktisch keine Platzierungschancen haben.

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1. Grussaufstellung-> Stillstehen klappt schon

Das ist relativ einfach zu erklären.

Natürlich ist Calle, schon allein vom Exterieur her nicht so gebaut, wie man sich ein Dressurpferd vorstellt. Zudem fällt es ihm, der jetzt nicht der allergeschmeidigste ist, schon allein schwer, sich in einem 20×40 Viereck zu bewegen. Wegen ihm müsste ein Viereck ungefähr 50x50m haben, dann wäre das ok.

Nun ist es aber ja so, dass Nina ihn auch im Vielseitigkeitssport reiten will. Und hier ist es natürlich elementar wichtig, dass er eine gute Dressur geht. Wer kein gutes Dressurergebnis hat muss immer auf die Fehler anderer warten, wenn er selbst ein ordentliches Endergebnis haben will. Deshalb haben wir natürlich den Ehrgeiz, die Dressur zu verbesssern.

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Der Unterschied zwischen einer VS-Dressur und einer normalen Dressur  ist aber, dass in der VS keine Versammlung verlangt wird. In einer normalen Dressur wird darauf natürlich grosser Wert gelegt, aber bis Calle sich wirklich über die Hinterhand tragen und sich damit versammeln kann, das wird noch eine Weile dauern. Dafür müssen wir noch sehr viel trainieren und Muskulatur aufbauen. Das dauert und das ist auch in Ordnung . Das wissen wir bevor wir ins Viereck reinreiten und leben damit.

Geht Calle also auf einem normalen Turnier eine L-Dressur tun wir das nicht, um platziert zu sein. Aber warum dann?

Calle ist einfach im Viereck noch nicht so locker zu reiten, wie zuhause. Er verspannt sich noch und reagiert auf die Hilfen gerne mal zuviel. Eine Parade zum Schritt kann mal ganz schnell im Halten enden oder ein Mitteltrab im Galopp. Um aber auch mal Höhepunkte rausreiten zu können, die dann ordentliche Noten geben, muss er einfach Routine im Viereck bekommen und das bekommt er nur durch Übung.

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Das sollte eigentlich Mitteltrab werden, aber vor lauter Aufregung hatten wir einen Knoten in den Beinen und sind angaloppiert.

Je öfter er ohne Druck im Viereck gehen kann, desto mehr wird er sich daran gewöhnen und irgendwann wird die Leistung, die er daheim schon locker aus dem Ärmel schüttelt auch auf dem Turnier abrufbar sein. Aber das dauert.

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Grüßen-fertig, Calle ist erleichtert

Und so wird Calle in dieser Saison wohl noch einige Dressuren gehen und wir werden sehen, ob er sich an ein Dressurviereck gewöhnen kann oder es dauerhaft gruselig findet. Aber selbst dann hat ihm die Dressurarbeit mit Sicherheit nicht geschadet.