Turniervorbereitung

So ein Turnier macht ganz schön Arbeit.

Die allerersten Grundvoraussetzungen fürs Turnierreiten sind schonmal das passende Pferd zum passenden Reiter im optimalen Trainingszustand zu haben. Dann kommt noch die richtige Auswahl der Prüfung und des Turnieres und natürlich die rechtzeitige Nennung beim Veranstalter. Ist eine Prüfung genannt hat man rund 4 Wochen Zeit sich darauf vorzubereiten.

Ja nachdem, was man vor hat zu reiten werden bestimmte Sprungfolgen und Höhen geübt, Konditionstraining gemacht oder auch Dressuraufgaben geritten. Oder, wenn man wie wir auch mal im Busch unterwegs ist, auch alles.
Oft fährt man auch nochmal auf eine andere Anlage oder zeigt den Pferden fremde Geländesprünge. Das alles ist sehr aufwändig, deshalb sollte man sich vorher überlegen, was man denn meldet.

Wir halten es immer so, dass wir lieber eine Prüfungsklasse niedriger reiten, als wir zuhause trainieren. In der Turniersituation kommt noch genug Unverhofftes auf einen zu, da sollte man wenigstens sicher sein, dass man den Anforderungen gewachsen ist. Sonst wird die Nervosität noch größer und es geht garantiert schief.

Geklärt sein sollte natürlich auch die Frage, wie komme ich hin, habe ich Auto, Hänger, Fahrer usw. Da das bei uns vorhanden ist können wir uns voll auf die Vorbereitung konzentrieren. Auch den Pferdepass mit den Impfungen sollte man rechtzeitig nochmal kontrollieren.

Am Tag vor dem Turnier werden die Pferde meistens nur noch locker gearbeitet. Es macht keinen Sinn hier noch irgendwas lernen zu wollen. Was bis dahin nicht sitzt, wird auch am nächsten Tag nicht sitzen. Im Gegenteil, oft klappen Sachen, die sonst problemlos gehen, am Tag vor dem Tunier nicht mehr, weil schon eine gewisse Anspannung beim Reiter da ist und das Pferd das merkt. Deshalb begeben wir uns gar nicht in diese Situation und machen nur lockeres Training, ohne an den Anforderungen fürs Turnier zu arbeiten.

Wenn es das Wetter zulässt, relaxen die Pferde noch auf der Koppel, während wir den Hänger packen.  Je nachdem, wann wir los müssen, packen wir ihn auch mal schon am Tag vorher. Auch das Melden, das man oft schon am Abend vorher machen muss, sollte man nicht vergessen.

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Der  Aufwand am Tag davor braucht in der Regel etwas  Zeit. In der Zeit, als wir nur Springen geritten sind, war der Aufwand überschaubar. Sattel, Trense, Gamaschen einpacken, der Rest war sowieso immer im Hänger, zuhause noch Schabracke, Helm und Jackett-> fertig.

Im Busch sieht der Aufwand dann etwas anders aus. Wir müssen alles für drei Disziplinen und zwei Pferde dabei haben. Das sieht dann ungefähr so aus.

Gut nur, dass unsere beiden Pferde sich einen Dressursattel teilen, sonst würde es echt eng werden im Hänger. Trotzdem sind es noch zwei Springsättel, zwei Springtrensen, zwei Vorderzeuge, eine Ersatztrense, zwei Stollengurte, Dressursattel,mit verschiedenen Gurten für Calle und Paul, zwei Dressurtrensen.

Nicht zu vergessen die Kleinteile: Haben wir noch Schweifspray, ist das Hängerputzzeug komplett, sind die richtigen Stirnbänder bzw. Inlays in den Trensen, haben wir Ohrenkäppis? Die Pferdepässe dürfen natürlich auch nicht fehlen.

Dazu noch Gamaschen fürs Springen und fürs Gelände und die jeweilig dazu passenden Schabracken auch wieder für Dressur, Springen und Gelände in verschiedenen Farben. Die Bügel nicht zu vergessen, die auch farblich abgestimmt aufs Outfit sind. Puschel fürs mexikanische Reithalfter, Startnummern, Lederpflegezeug, Stollen, Medizinkiste sind sowieso immer im Hänger.

Dann müssen wir natürlich überlegen, was an Decken nötig ist. Abschwitzdecken sind auch immer im Hänger, dazu kommen bei Bedarf Fliegen,- oder Regendecken. Weisse Bandagen, falls man in eine Siegerehrung darf sind auch Grundzubehör.

Wenn das alles gerichtet und geputzt ist müssen wir noch das Futter richten, Wasser  auffüllen und dann schauen, ob die Sattelkammer noch zu geht.

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Ist die Sattelkammer fertig,  wird noch der Hänger an sich gerichtet. Heunetze müssen gefüllt werden, der Hänger wird bei uns immer eingestreut, damit die Pferde, wenn wir länger unterwegs sind Wasser lassen können. Die Turnierfuttertröge hängen immer bereit, daran müssen wir nicht extra denken.


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Bei unserem Hänger müssen wir immer noch kurz überlegen, welche Pferde mitfahren, und ob wir die Trennwände, die normalerweise für Calle und Paul positioniert sind nochmal ändern müssen oder eventuell eine mehr reinmachen müssen.

Sind wir auf einem Übernachtungsturnier muss natürlich noch deutlich mehr Zubehör mit. Wir brauchen dann Futter für mehrere Tage, evtl. auch Heu und Stroh. Der Turnierschrank muss dann mit, damit wir im Stallzelt unsere Sachen griffbereit habe. Die Hänger werden ja nicht immer neben dem Stallzelt geparkt. Hier reitet man dann in der Regeln schon einen Tag vor der eigentlichen Prüfung auf dem Turnierplatz, hat also noch eine Ausstattung dabei, die nicht Turnierausstattung ist.

Das war`s dann eigentlich an Vorbereitung vor dem Turnier. Am Turniertag selbst packen wir nur noch die Sachen zusammen, die Zuhause sind, wie weisse Hose, Bluse, Jackett, Helm, Stiefel und die Turniergamaschen und Satteldecken. Der Fotoapparat darf nicht fehlen und natürlich das Proviantpaket für Pferd und Reiter ohne das wir nicht ins Auto steigen.

13403311_1234424136581518_3012115411887843589_oDie Kontrolle, ob wirklich alles dabei ist, macht Nina immer selbst.

Mein Job ist es jetzt noch die Pferde einzuflechten, während Nina nochmal Hufe wäscht und fettet.Eine Ausnahme gibt es, wenn wir Stollen drehen müssen, werden die Hufe vorher nicht gefettet.  Die weissen Beine von Paulbekommen den letzten Schliff und Calle sollte möglichst Mistfleckenfrei den Stall verlassen.  Spezielles Schimmelshampoo hilft uns dabei. Wenn es möglich ist, werden noch die Schweife gewaschen  und dann kommen die Transportgamaschen zum Einsatz. Es ist immer besser Paul zuerst anzuziehen, da er, wenn er Angst hat, nicht mit zu dürfen ganz schön ungemütlich werden kann. Von dem her, bekommt der Prinz eben seine Bestätigung der einzig  wichtige auf der Welt zu sein.

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Das Verladen ist Routine. Jeder der Pferde weiss, wo sein Platz ist. Calle geht zuerst, dann nimmt Paul in seiner eigenen Art und Weise auf seinem Chefplatz Platz. Wenn der Führer nicht schnell genug ist, steigt er auch alleine ein. Hauptsache er darf mit.  Türen zu, zur Kontrolle einmal rund um den Hänger  und los geht`s.

Nach dem Turnier ist dann natürlich noch ausladen angesagt. Wenigstens die Sättel und Trensen werden weggeräumt und der Hänger sauber gemacht und geparkt. Die Wäscheberge, die man von so einem Turnier mitbringt werden in den nächsten Tagen bearbeitet, damit fürs nächste Turnier wieder alles bereit ist.